Majlinda Bregu: SEPA auf dem Balkan, ein großer Schritt in Richtung EU

Majlinda Bregu: SEPA auf dem Balkan, ein großer Schritt in Richtung EU


Majlinda Bregu, Generalsekretärin des Regional Cooperation Council (RCC), hat ein klares und greifbares Beispiel dafür gegeben, wie wirtschaftliche Integration das Leben der Bürger des Westbalkans verbessern kann. Sie teilte die Vorteile mit, die die Aufnahme Albaniens und Montenegros in das Einheitliche Europäische Zahlungssystem (SEPA) ab Januar 2025 mit sich bringen wird, und zeigte, wie diese Initiative die finanzielle Realität der Region verändern wird.

Für Diaspora und Überweisungen

Derzeit ist der Geldtransfer aus der Diaspora in den Westbalkan mit inakzeptablen Kosten verbunden. Laut Bregu zahlt ein Einwanderer aus Deutschland, der 5.000 Euro an seine Familie in Albanien schickt, bis zu zwölfmal mehr im Vergleich zu einer Überweisung innerhalb der EU-Länder. Mit SEPA werden diese Kosten auf Null reduziert.

Diese Veränderung hat direkte Auswirkungen auf die finanziellen Mittel der Einwanderer und ihrer Familien. RCC-Berechnungen zeigen, dass die Westbalkan-Diaspora allein durch Überweisungstransaktionen etwa 500 Millionen Euro pro Jahr einsparen wird.

Für Eltern und Schüler

Eine weitere Gruppe, die erheblich profitieren wird, sind Eltern, die das Studium ihrer Kinder im Ausland finanzieren. Derzeit kostet ein Transfer von 5.000 Euro an eine europäische Universität für Albaner im Vergleich zu EU-Ländern bis zu zehnmal mehr. SEPA wird diese absurden Kosten beseitigen und den Zugang zu internationaler Bildung erleichtern.

Für Unternehmen

Auch die Kosten grenzüberschreitender Finanztransaktionen belasten die Unternehmen in der Region. Beispielsweise kostet eine Zahlung von 20.000 Euro für den Kauf von Materialien aus Italien derzeit bis zu 17-mal mehr als eine Transaktion innerhalb der EU. SEPA eliminiert nicht nur diese Kosten, sondern schafft auch ein günstigeres Umfeld für international tätige Unternehmen.

Was bedeutet SEPA für den Westbalkan?

Die Integration in SEPA ist Teil der Bemühungen des Gemeinsamen Regionalen Marktes (CRM), die Volkswirtschaften des Westbalkans näher an europäische Standards zu bringen. Ziel des seit fünf Jahren vom RCC initiierten CRM ist es, durch die Beseitigung von Handels- und Finanzhemmnissen den Weg zum Europäischen Gemeinsamen Markt zu ebnen.

Von Worten zu Taten

Die Integration Albaniens und Montenegros in SEPA ist ein wichtiger Schritt, der zeigt, wie regionale Zusammenarbeit greifbare Vorteile für Bürger und Unternehmen bringen kann. Dies ist eine starke Botschaft an alle Länder in der Region: Wirtschaftliche Integration ist nicht nur ein abstraktes Konzept, sondern eine Notwendigkeit, die den Lebensstandard erheblich verbessern kann.

Der Westbalkan hat noch einen langen Weg bis zur vollständigen EU-Mitgliedschaft vor sich, aber Schritte wie SEPA zeigen, dass die wirtschaftliche Integration viel früher erfolgen kann als die politische Integration. Und wenn die Vorteile so offensichtlich sind, wer würde diese Richtung nicht unterstützen?

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