Wie Assad Syrien unbemerkt zurückließ

Wie Assad Syrien unbemerkt zurückließ


Die Agentur „Reuters“ hat Einzelheiten darüber aufgedeckt, wie es dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad gelungen ist, Damaskus nach Russland zu verlassen und sich und seiner Familie politisches Asyl zu sichern.

Dem Bericht zufolge hielt Assad wenige Stunden vor seiner Abreise eine Dringlichkeitssitzung mit etwa 30 hochrangigen Militär- und Sicherheitsbeamten im Verteidigungsministerium ab. Er versicherte ihnen, dass die militärische Unterstützung Russlands bevorstehe und forderte die Bodentruppen auf, standhaft zu bleiben. Anschließend teilte er seinen Mitarbeitern mit, dass er zur Residenz zurückkehren würde, sich aber stattdessen auf den Weg zum Flughafen begab.

Auch sein Bruder Maher al-Assad, Kommandeur der 4. Division der syrischen Armee, soll von diesem Plan nichts gewusst haben. Nach Bashars Abreise musste Maher mit dem Hubschrauber in den Irak fliegen, bevor auch er Russland erreichte.

Assads engste Familie, seine Frau Asma und seine drei Kinder, warteten bereits in Moskau auf ihn. Währenddessen blieben einige seiner Verwandten in Damaskus und versuchten in den Libanon zu fliehen, gerieten jedoch in einen Hinterhalt der Rebellen.

Bashar al-Assad selbst verließ Damaskus am 8. Dezember und flog unter dem Radar in einem Flugzeug, dessen Transponder ausgeschaltet war. Sein dramatischer Abgang markierte das Ende eines 24-jährigen Regimes und den Sturz der fünfzigjährigen Macht seiner Familie.

Szenen, die aus Assads verlassenem Zuhause ausgestrahlt werden, zeigen einen überstürzten Aufbruch, bei dem gekochte Mahlzeiten, persönliche Gegenstände und Familienalben zurückgelassen werden. Die Rebellen und Zivilisten, die die Residenz besetzten, dokumentierten alles und stellten einen unerwarteten Epilog für einen der dienstältesten Herrscher des Nahen Ostens dar.

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