Die Ursache des tragischen Unfalls mit 16 Opfern in Lissabon ist geklärt, die Stadt stellt alle Straßenbahnen ein

Die Ursache des tragischen Unfalls mit 16 Opfern in Lissabon ist geklärt, die Stadt stellt alle Straßenbahnen ein


Ein defektes Kabel war die Hauptursache für den tragischen Unfall mit der historischen Straßenbahn „Glória“ in Lissabon, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen und rund 20 weitere verletzt wurden – überwiegend Touristen. Dies wird durch den am Montag veröffentlichten vorläufigen Bericht des Amtes für die Untersuchung von Flug- und Eisenbahnunfällen Portugals (GPIAAF) bestätigt.

Der Unfall ereignete sich am 3. September, als die Straßenbahn entgleiste und in einer der steilen Gassen der Stadt gegen ein Gebäude prallte, was die öffentliche Meinung in Portugal und darüber hinaus schockierte. Die im 19. Jahrhundert erbaute Straßenbahn ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Lissabons.

Nach Angaben der GPIAAF entsprach ein Kabel, das die beiden Straßenbahnwagen verbindet, nicht den technischen Standards des Stadtverkehrsunternehmens (CCFL) der Stadt und riss kurz vor der Kollision. „Das Kabel entsprach nicht den für die Glória-Linie erforderlichen Spezifikationen“, heißt es in dem 35-seitigen Bericht.

Eine Routineinspektion am Morgen des Vorfalls ergab keinen Fehler, doch einige Stunden später gab das Kabel nach. Ermittler bestätigen, dass der Straßenbahnfahrer die Bremsanlage aktiviert hatte, diese jedoch nicht ausreichte, um den Wagen rechtzeitig anzuhalten. Der ganze Vorfall ereignete sich innerhalb von 50 Sekunden.

Unter den Opfern waren elf Ausländer – darunter drei Briten, zwei Koreaner, zwei Kanadier, ein Franzose, ein Schweizer, ein Amerikaner und ein Ukrainer. Vier der Opfer waren Mitarbeiter einer örtlichen sozialen Einrichtung, deren Büros sich in der Nähe des Tatorts befanden.

Nach dem Unfall wurden alle ähnlichen Straßenbahnlinien in Lissabon eingestellt, bis ihre Sicherheit vollständig überprüft wurde. Die GPIAAF schreibt vor, dass Straßenbahnen erst dann wieder in Betrieb genommen werden dürfen, wenn Notbremssysteme wie Kabelbrüche vorhanden sind.

Der Abschlussbericht der Untersuchung wird voraussichtlich im nächsten Jahr veröffentlicht, ein Zwischenbericht mit einstweiligen Maßnahmen könnte jedoch früher veröffentlicht werden.

/vizionplus.tv

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