Bei einer geografischen Entfernung von etwa 9.000 Kilometern und wenigen historischen oder starken Handelsbeziehungen wären die Entwicklungen in Venezuela unter anderen Bedingungen für Albanien ohne Interesse.
Doch heute ist die Welt vernetzter denn je. Was weit entfernt passiert, wird schnell auf die Märkte übertragen – direkt oder indirekt.
Maksim Caslli, Experte für Investmentmärkte, sagt gegenüber A2CNN: „Auch wenn Albanien und Venezuela auf der gegenüberliegenden Seite der Welt liegen und keine größeren Handelsbeziehungen unterhalten, sind die Entwicklungen dort nicht mehr so weit von uns entfernt. Heute sind die Märkte global vernetzt, und jede Veränderung, ob politisch oder wirtschaftlich, kann direkt oder indirekt erhebliche Auswirkungen auf die albanische Wirtschaft haben.“
Albanien tauscht nur wenige Waren mit Venezuela aus. Daten des Instituts für Statistik zeigen, dass die Importe aus dem Land nach Südamerika bis November weniger als 38.000 Euro wert waren. Etwas höher liegen die Exporte, deren Wert auf etwas mehr als 255.000 Dollar geschätzt wird.
„Die Abhängigkeit unseres Landes von ausländischen Importen macht Albanien anfälliger für alle Bewegungen auf der internationalen Bühne. Um die negativen Auswirkungen dieser Schocks zu vermeiden, ist es notwendig, die inländische Produktion und Versorgung zu stärken, mehr Stabilität und Schutz vor externen Risiken zu gewährleisten“, sagte Caslli.
Die Tatsache, dass Albanien zu den Ländern mit der höchsten Importabhängigkeit gehört, macht es jedoch anfällig für geopolitische Entwicklungen. Damit die Auswirkungen nicht zu stark spürbar werden, sollte nach Einschätzung von Experten die lokale Wirtschaft gestärkt werden.
„Marktanalysten gehen davon aus, dass die Verhaftung oder Abschiebung des venezolanischen Präsidenten voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die weltweiten Ölpreise haben wird. Auch wenn die politische Situation in den Medien Anlass zur Sorge geben könnte, hat sich der Ölmarkt als stabil erwiesen und die Preise bleiben relativ gleich und schwanken im Verhältnis zum Barrel nur geringfügig“, sagt Caslli.
Marktanalysten schätzen, dass die Verhaftung und Abschiebung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro aus den Vereinigten Staaten von Amerika voraussichtlich keine starken Auswirkungen auf die Märkte im Allgemeinen oder den Ölmarkt im Besonderen haben wird. Der Rohölpreis blieb mit rund 57 Dollar pro Barrel nahezu gleich.
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