Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, dann sollten Sie sich Sorgen machen

Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, dann sollten Sie sich Sorgen machen


Kurzatmigkeit nach dem Treppensteigen kommt bei Menschen jeden Alters und Körpertyps häufig vor.

Es stellt sich die Frage, ob es sich um eine normale Reaktion des Körpers auf Stress handelt oder um ein Signal, das einer ärztlichen Untersuchung bedarf.

Experten weisen darauf hin, dass kurzfristige Atemnot bei Anstrengung zwar in der Regel nicht gefährlich ist, es aber Situationen gibt, in denen besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist.

Physiologische Reaktion auf Stress

Das Treppensteigen ist eine intensive körperliche Aktivität, die eine deutlich größere Anstrengung für den Körper bedeutet als das Gehen auf einer ebenen Fläche, berichtet Net.hr.

Untersuchungen zeigen, dass diese Aktivität bis zu neunmal mehr Energie erfordert als Sitzen. Bei körperlicher Anstrengung steigt der Stoffwechselbedarf an Sauerstoff, was zu einer erhöhten Arbeit von Herz und Lunge führt, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Muskulatur sicherzustellen.

Kurzatmigkeit nach dem Treppensteigen ist eine normale physiologische Reaktion. An den Körper werden höhere Anforderungen gestellt, die Arbeit ist intensiver und damit auch der Bedarf an Sauerstoff.“ erklärte Catherine Polgirs, Ärztin für Familien- und Sportmedizin.

Carl Erickson, Experte für Sportmedizin an der Mayo Clinic, stimmt dem zu und fügt hinzu, dass eine solche Reaktion zu erwarten sei.

„Im Wesentlichen heben Sie Ihre Körpermasse gegen die Schwerkraft. Jeder Schritt ähnelt biomechanisch einer Kniebeuge oder einer leichten Landung, was deutlich ermüdender ist als das Gehen“, fügt er hinzu.

Die Intensität des Hechelns hängt von einer Reihe von Faktoren ab, von der Aufstiegsgeschwindigkeit bis zum Tragen zusätzlicher Gewichte.

Wann ist Atemnot ein Grund zur Sorge?

Obwohl Keuchen eine zu erwartende Reaktion ist, ist es wichtig zu erkennen, wann es die Grenzen einer normalen physiologischen Reaktion überschreitet. Wenn es bis zu zwei Minuten dauert, bis sich Ihre Atmung wieder normalisiert und Sie sich danach gut fühlen, besteht wahrscheinlich kein Grund zur Sorge. Experten warnen jedoch vor einigen Anzeichen, die Aufmerksamkeit verdienen.

Das erste Warnzeichen ist, wenn Kurzatmigkeit ein neues Phänomen ist oder wenn sich ihre Intensität mit der Zeit verschlimmert. „Das Wichtigste ist, keine voreiligen Rückschlüsse auf eine schwere Erkrankung zu ziehen, aber man sollte das Symptom auch nicht einfach auf eine schlechte körperliche Verfassung zurückführen“, betont Dr. Polgirs.

Eine plötzliche Veränderung der körperlichen Leistungsfähigkeit ist etwas, das Ärzte ernst nehmen.

Ein weiterer wichtiger Indikator ist die für die Genesung benötigte Zeit.

„Die Erholungszeit ist ein verlässlicher Indikator. Es ist normal, dass die Atmung ein oder zwei Minuten lang schnell ist, aber wenn die hohe Atemfrequenz länger als drei Minuten anhält, kann sie besorgniserregend sein“, sagt Erickson.

Außerdem sollte Kurzatmigkeit niemals ignoriert werden, wenn sie von anderen Symptomen wie Brustschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel, Herzklopfen, Übelkeit oder Schwellungen der Füße und Knöchel begleitet wird. Solche Symptome können auf schwerwiegendere Gesundheitsprobleme hinweisen, einschließlich Herz- und Lungenerkrankungen (wie Asthma, COPD oder Herzinsuffizienz), Anämie oder Schilddrüsenerkrankungen.

Möglichkeiten zur Verbesserung der körperlichen Ausdauer

Wenn Sie das Treppensteigen weniger anstrengend machen möchten, ist regelmäßige körperliche Aktivität die Lösung, sofern keine medizinischen Hindernisse vorliegen.

„Der Körper passt sich den Anforderungen an, die man an ihn stellt. Wenn man also regelmäßig das Treppensteigen übt, fällt es ihm leichter“, erklärt Erickson.

Die Stärkung der Unterkörpermuskulatur ist der Schlüssel zum leichteren Treppensteigen. Übungen wie Kniebeugen und Ausfallschritte steigern Kraft und Ausdauer.

Darüber hinaus trägt die Verbesserung der allgemeinen Herz-Kreislauf-Fitness durch Aktivitäten wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen dazu bei, Müdigkeit zu reduzieren. Es werden mindestens 150 Minuten moderate aerobe Aktivität pro Woche empfohlen. Dr. Polgiers rät zu einem schrittweisen Vorgehen. Es ist nicht notwendig, sich sofort großen Anstrengungen auszusetzen, wie zum Beispiel dem Aufstieg in den fünften Stock. Stattdessen sollte die Fitness schrittweise und stetig aufgebaut werden, sei es durch häufigere Spaziergänge, Gartenarbeit oder die bewusste Wahl der Treppe statt des Aufzugs.

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Atemnot schlimmer wird, ungewöhnlich lange anhält oder mit anderen besorgniserregenden Symptomen einhergeht, empfiehlt es sich, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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