Donald Trumps Botschaft an die europäischen Verbündeten, dass die Vereinigten Staaten nicht die Absicht hätten, sich aus der Grönlandfrage zurückzuziehen, wurde durch US-Finanzminister Scott Bessent bekräftigt, der erklärte, Europa sei „zu schwach“, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten.
Bessent spielte die Drohungen der Europäischen Union, das letzte Jahr mit der Trump-Regierung geschlossene Handelsabkommen aufzukündigen, herunter und betonte, dass der amerikanische Präsident strategischen Einfluss als „Druckmittel“ nutzt, um seine Ziele zu erreichen.
Am Samstag kündigte Trump die Einführung von Zöllen in Höhe von 10 % auf Produkte aus acht europäischen Ländern ab dem 1. Februar an, mit einem Anstieg auf 25 % im Juni, sofern keine Einigung zum „Kauf Grönlands“ erzielt wird.
Diese Entwicklung löste heftige Reaktionen aus: Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Maßnahme als „inakzeptabel“ und erklärte, er werde sich um die Aktivierung des stärksten Gegenmaßnahmenmechanismus der EU bemühen.
Bessent präsentierte eine umfassendere Begründung für den Anspruch der USA auf Grönland und verwies auf den zunehmenden geopolitischen Wettbewerb in der Arktis, Trumps Pläne zur Entwicklung des Raketenabwehrsystems Golden Dome und Europas frühere Energieabhängigkeit von Russland, das seiner Meinung nach „russische Operationen gegen die Ukraine finanzierte“.
Auf die Frage, ob Trumps Haltung gegenüber Europa eine Verhandlungstaktik sei, deutete der US-Außenminister an, dass der Präsident nicht die Absicht habe, seinen Kurs zu ändern: „Die Europäer übertragen Schwäche, die USA übertragen Stärke“, sagte er.
„Der Präsident glaubt, dass es keine erhöhte Sicherheit ohne die Zugehörigkeit Grönlands zu den Vereinigten Staaten geben kann.“
Als Reaktion auf die Befürchtungen europäischer Staats- und Regierungschefs, dass ein US-Vorstoß zur Annexion Grönlands zur Auflösung der NATO nach mehr als 70 Jahren führen könnte, bezeichnete Bessent das Dilemma als „falsch“.
„Europäische Staats- und Regierungschefs werden akzeptieren und verstehen, dass sie den Sicherheitsschirm der Vereinigten Staaten brauchen“, schloss er.
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