Das norwegische Parlament hat am Dienstag einem Beschaffungsplan für Artillerie-Langstreckenwaffen im Wert von zwei Milliarden US-Dollar zugestimmt, der die Abschreckung des NATO-Mitgliedslandes gegen Russland in der Arktis, wo die beiden Länder eine gemeinsame Grenze haben, verstärken soll.
Die europäischen Länder erhöhen unter dem Druck der Trump-Regierung ihre Verteidigungsausgaben und machen keinen Hehl aus ihrer Besorgnis über die russische Invasion in der Ukraine.
„Das sind Waffen, die weit über die feindlichen Linien hinausreichen können … das ist in der modernen Kriegsführung von wesentlicher Bedeutung“, sagte Peter Froelich, verteidigungspolitischer Sprecher der oppositionellen Konservativen, am Montag im Parlament.
Südkorea entschied sich für US-Verteidigungswaffensysteme.
Die norwegische Zeitung Aftenposten berichtete am 24. Januar unter Berufung auf anonyme Quellen, die Regierung habe sich für das Chunmoo-Artilleriesystem des südkoreanischen Verteidigungsunternehmens Hanwha Aerospace entschieden, das besser sei als die HIMARS des US-amerikanischen Unternehmens Lockheed Martin.
Einige norwegische Gesetzgeber haben argumentiert, dass das nordische Land bei der Entwicklung einer europäischen Alternative zu Raketen helfen sollte. Diese Option wurde jedoch von Regierungsbeamten, die mit der Auswahl defensiver Waffensysteme beauftragt sind, als zu zeitaufwändig und zu teuer abgelehnt.
Das südkoreanische System erfüllte alle Anforderungen Norwegens an Bodenartillerie, einschließlich der Fähigkeit, auf Entfernungen von bis zu 500 km zu schießen, und hatte laut Aftenposten-Bericht die schnellste Einsatzzeit.
Das norwegische Verteidigungsministerium, das voraussichtlich bald bekannt geben wird, an welches Unternehmen es den Auftrag vergeben wird, reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.
Das Ministerium sagte, es plane den Kauf von 16 Trägerraketen sowie einer unbekannten Anzahl von Raketen zu einem Gesamtpreis von 19,5 Milliarden Kronen (2,0 Milliarden US-Dollar).
Hanwha Aerospace unterzeichnete im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit dem polnischen Verteidigungssystemunternehmen WB Electronics zur Gründung eines Joint Ventures, das in Polen Raketen produzieren wird, darunter das Chunmoo-Artillerie-Raketensystem, und gleichzeitig die Produktion auf europäischem Boden sicherstellen wird.
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