Der Kreml verstärkt seine diplomatischen Bemühungen, Druck auf die Regierung von US-Präsident Donald Trump auszuüben, indem er Wirtschafts- und Handelsfragen als Mittel nutzt, um strategische Zugeständnisse im Krieg in der Ukraine zu erzielen. Dies geht aus einem neuen Bericht des Instituts für Kriegsforschung (ISW) hervor, in dem betont wird, dass Moskaus Hauptaugenmerk weiterhin auf der Zukunft der Region Donezk liegt.
Laut ISW will Russland die vollständige Kontrolle über die rund 5.400 Quadratkilometer von Donezk, die derzeit noch unter ukrainischer Kontrolle stehen, nicht durch militärische Operationen, sondern durch diplomatischen Druck und politische Verhandlungen übernehmen.
Der Bericht analysiert eine Erklärung des russischen Außenministers Sergej Lawrow vom 1. Februar, in der er vorschlug, dass Moskau und Washington gemeinsame Wirtschafts- und Handelsprojekte entwickeln und politische Zusammenstöße vermeiden sollten. Laut Analysten sollen diese Äußerungen die Trump-Regierung dazu bringen, die russischen Forderungen an die Ukraine zu akzeptieren, einschließlich des Ausschlusses Europas aus dem Friedensprozess.
ISW stellt fest, dass der Kreml seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit systematisch versucht, Russland als eine den Vereinigten Staaten ebenbürtige Weltmacht darzustellen.
Analysten warnen davor, dass Russland weiterhin auf die Übergabe der gesamten Donezk-Region durch die Ukraine drängen und diese als gemäßigte Position darstellen werde, während eine solche Entwicklung für die Ukraine strategisch schädlich wäre und sie künftigen Angriffen aussetzen würde.
Donezk bleibt auch am Vorabend der neuen Runde der Friedensgespräche, die voraussichtlich am 4. und 5. Februar in Abu Dhabi unter der Vermittlung der Trump-Regierung stattfinden werden, der heißeste Punkt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass er zu Kompromissen bereit sei, um den Krieg zu beenden, jedoch nicht auf Kosten der territorialen Integrität des Landes.
ISW weist darauf hin, dass die Kapitulation von Donezk einen schwerwiegenden strategischen Fehler darstellen würde, da Russland die Region nicht vollständig mit militärischer Gewalt besetzen konnte und von einem diplomatischen Sieg profitieren würde, der den Weg für neue Aggressionen in der Zukunft ebnen würde.
Laut ISW ist Donezk nicht nur ein umstrittenes Gebiet, sondern der Schlüssel, der darüber entscheiden könnte, ob der Krieg in der Ukraine endet oder in eine neue Phase der Spannung und Unsicherheit eintritt.
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