Ein umfangreiches Finanzbetrugsprogramm in der Schweiz hat vor dem Gericht in Dietikon bei Zürich sein Epilog erhalten, wo ein 57-jähriger Mann aus dem Kosovo, bekannt als „sheh-imam“, zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und einem dreijährigen Einreiseverbot in die Schweiz verurteilt wurde. Nach Angaben der Behörden hatte er sich durch Betrug an Banken und dem Schweizer Staat ein Luxusleben aufgebaut und dabei einen Verlust von rund 1,5 Millionen Franken verursacht.
Laut der Zeitung „Tages AnzeigerDer Verurteilte gab an, rund 8.000 Derwischgläubige zu führen und seine gesamte sechsköpfige Familie sowie zwei Mitarbeiter in die kriminellen Machenschaften verwickelt zu haben. Die Ermittlungen begannen nach der Razzia in einer Luxusvilla in der Nähe von Zürich, für die er monatlich 24.000 Franken Miete bezahlte.
Die Anklage enthüllte, dass der Scheich ein Netzwerk fiktiver Unternehmen aufgebaut hatte, sich als Immobilienunternehmer ausgab und falsche Bilanzen vorlegte. Durch diese Betrügereien profitierte er auch von über einer halben Million Franken aus den Covid-19-Notkrediten. Bei dem Einsatz beschlagnahmten die Ermittler Dokumente und elektronische Geräte; Außerdem wurde ein komplexes System fiktiver Unternehmen aufgedeckt, das als Deckmantel für illegale Bereicherung diente.
Während die Familie vor staatlichen Institutionen Armut erklärte, verfügte sie über eine Flotte von etwa 120 Luxusfahrzeugen. Darunter befanden sich Porsche Panamera, mehrere Mercedes-Modelle und ein Hummer H2 Luxury, während rund 100.000 Franken allein für den Kauf spezieller Nummernschilder mit Sondernummern ausgegeben wurden, die in der Schweiz als Prestigesymbole auf Auktionen verkauft werden.
Das Gericht verurteilte den Hauptangeklagten zu 42 Monaten Gefängnis und einer dreijährigen Zwangsabschiebung aus der Schweiz. Für seine Ex-Frau und seine vier Kinder entschied er sich dagegen für einen Freispruch oder eine minimale Geldstrafe. Nach Angaben des Gerichts herrschte in der Familie eine starke patriarchale Struktur, in der finanzielle Entscheidungen ausschließlich vom Familienoberhaupt getroffen wurden.
Während des Gerichtsverfahrens entschuldigte sich der Scheich und erklärte, er habe Familienmitglieder als Deckmantel für seine Aktivitäten genutzt, um sein Image als religiöser Führer aufrechtzuerhalten. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die früheren Verurteilungen keinen Einfluss auf die Änderung seines Verhaltens hatten, während einer der Assistenten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde und für den anderen auf das Urteil gewartet wird.
/vizionplus.tv
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