Verfassung der Versammlung des Kosovo, der Analyst: Gute Nachrichten, aber die Wahl des Präsidenten bleibt eine Herausforderung

Verfassung der Versammlung des Kosovo, der Analyst: Gute Nachrichten, aber die Wahl des Präsidenten bleibt eine Herausforderung


„Die Einrichtung der Versammlung des Kosovo hat den Weg für die Bildung der neuen Regierung gemäß den verfassungsmäßigen Verfahren geebnet, aber das Land hat die politische Krise noch nicht vollständig überwunden.“

Dies sagte der Analyst Agim Krasniqi in einer Live-Übertragung der zentralen Nachrichtenausgabe des nationalen Fernsehens Vizion Plus mit Moderator Aleksandër Furxhi.

Laut Krasniqi ist die Konstituierung der zehnten Legislaturperiode der Versammlung eine positive Entwicklung, die nächste Herausforderung bleibt jedoch die Wahl des Präsidenten der Republik, ein Prozess, der voraussichtlich innerhalb der verfassungsmäßigen Frist bis zum 4. März stattfinden wird.

Er betonte, dass das Haupthindernis darin liege, dass die Versammlung nicht über die nötigen Zahlen verfügt und dass es schwierig sei, einen politischen Konsens zu erzielen, was wiederum zu einer institutionellen Pattsituation und sogar zu Neuwahlen führen könnte.

Krasniqi konzentrierte sich auf den Gerichtsprozess in Den Haag gegen die vier ehemaligen Führer der UCK und sagte, dass Forderungen nach Höchststrafen der Staatsanwaltschaft im Kosovo auf Empörung gestoßen seien und eher als politischer Druck wahrgenommen würden.

VOLLSTÄNDIGES INTERVIEW:

Wie können Sie diese aktuelle Entwicklung im Kosovo kommentieren?

Agim Krasniqi: Heute wurde die wichtigste Institution des Staates Kosovo, das Parlament, konstituiert und der Weg für den Aufbau der Regierung im Rahmen regulärer Verfassungsverfahren frei gemacht. Das sind gute Nachrichten, denn die politische Szene im Kosovo reift trotz vieler Auseinandersetzungen, die in einer Demokratie normal sind, heran. Heute erlebten wir einen erfreulichen Fortschritt bei der Konstituierung der zehnten Legislaturperiode des Parlaments des Kosovo.

Allerdings kann die Krise noch nicht als vollständig überwunden bezeichnet werden. Die Präsidentschaftswahlen werden voraussichtlich im März stattfinden und der Weg ist noch nicht vollständig geebnet. Die Chancen stehen gut, dass der neue Präsident des Kosovo bis zum 4. März gewählt werden sollte, oder?

Agim Krasniqi: Dies ist ein verfassungsmäßiges Verfahren für diese Legislaturperiode zur Wahl des neuen Vertreters für den Präsidenten der Republik Kosovo. Wie dieser Prozess ablaufen wird, ob es wieder zu einem politischen Patt kommt oder ob sich ein Konsens zwischen den politischen Subjekten findet, bleibt abzuwarten. Es ist eine Hürde, die auftauchen könnte, aber ich möchte kein Vorurteil fällen.

Was genau ist dieses Hindernis?

Agim Krasniqi: Das Haupthindernis hängt mit der Anzahl der Stimmen zusammen, die für die Wahl des Präsidenten erforderlich sind. Die Vetëvendosje-Bewegung muss diese Zahlen haben. Derzeit ist keine mögliche Koalition erkennbar und es bleibt abzuwarten, ob im Parlament ein Konsens gefunden wird oder ob wir erneut in eine Krise geraten, die zu Wahlen führen könnte, wenn keine einvernehmliche Figur für diese Staatsfunktion gefunden wird.

Lassen Sie uns etwas näher auf den Prozess eingehen, der in Den Haag gegen vier ehemalige Anführer und Kommandeure der UCK stattfindet. Wie wird es im Kosovo vermittelt, insbesondere die Verteidigungsrede am Ende des Prozesses des ehemaligen Präsidenten Thaçi und anderer?

Agim Krasniqi: Während die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe anstrebt, handelt es sich dabei eher um einen öffentlichen politischen Druck auf das Gericht und die Bürger des Kosovo, die diesen mit Empörung aufgenommen haben. Der gesamte Prozess weist eine hohe Komplexität auf. Die bisher gehörten Beweise, die sich hauptsächlich auf die Befehlskette beziehen, wurden wiederholt angefochten. Auch die Glaubwürdigkeit einiger Zeugen wurde in Frage gestellt. Aus rechtlicher Sicht ist es unwahrscheinlich, dass das Gericht den Forderungen der Staatsanwälte Folge leisten wird. Die Erfahrung internationaler Gerichte zeigt, dass die endgültigen Strafen in der Regel deutlich niedriger ausfallen als die ursprünglichen Anträge und häufig zwischen den Angeklagten differenziert ausfallen. Selbst wenn es eine Verurteilung gibt, an die ich wenig Vertrauen habe, kann dagegen Berufung in zweiter Instanz eingelegt werden, was die Ansprüche der Staatsanwaltschaft zunichte machen kann. Wir haben frühere Fälle wie den von Herrn Haradinaj, Herrn Gotovina aus Kroatien oder Herrn Naser Oriç, in denen alle von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise in der Berufung zurückgewiesen wurden.

/vizionplus.tv

Join The Discussion