Deutschland und Österreich gaben heute bekannt, dass sie einen Teil ihrer strategischen Ölreserven freigeben werden, um den durch den Krieg mit dem Iran verursachten starken Anstieg der Energiepreise abzumildern.
Die Entscheidung folgt einem Antrag der Internationalen Energieagentur (IEA), die die Mitgliedsländer aufgefordert hat, etwa 400 Millionen Barrel Öl aus Notreserven freizugeben, eine der größten koordinierten Interventionen auf dem globalen Energiemarkt, die jemals durchgeführt wurden.
Japan kündigte außerdem an, dass es ab Montag mit der Freigabe eines Teils seiner Reserven beginnen werde. Die Energieminister der G7-Staaten trafen sich in Paris, um mögliche Optionen zur Stabilisierung der Energiemärkte zu diskutieren.
Laut IEA-Direktor Fatih Birol verfügen die Mitgliedsländer derzeit über über 1,2 Milliarden Barrel öffentliche Notreserven, während weitere 600 Millionen Barrel von der Industrie im Rahmen staatlicher Verpflichtungen gehalten werden.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, Deutschland werde gemäß der IEA-Anfrage einen Teil seiner Reserven freigeben und die ersten Lieferungen könnten innerhalb weniger Tage beginnen.
Sie betonte, dass Deutschland das Prinzip der internationalen Solidarität bei der Bewältigung von Energiekrisen unterstütze.
Die aktuelle Krise steht im Zusammenhang mit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Der Iran hat Handelsschiffe im Golf angegriffen und den Verkehr in der Straße von Hormus, der Route, über die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, praktisch blockiert.
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