In nur drei Wochen ist der Ölpreis im Land um 39 Lek pro Liter gestiegen, während er allein in den letzten beiden Tagen einen weiteren Anstieg um 14 Lek verzeichnete und zeitweise über 214 Lek pro Liter erreichte.
Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten Eduart Gjokutaj ist das Wachstum teilweise durch globale Faktoren wie Schwankungen an den internationalen Aktienmärkten und Konflikte gerechtfertigt.
Allerdings sagte Gjokutaj in einer Live-Übertragung der zentralen Nachrichtenausgabe des nationalen Fernsehens Vizion Plus mit Moderator Roland Zilin, dass das Tempo und das Niveau des Wachstums auf dem Inlandsmarkt oft das übersteige, was nur durch den Weltmarkt erklärt werden könne.
Auf die Frage von mga Zili, ob sich der internationale Konflikt in den kommenden Tagen auf die Preise auswirken werde, betont der Experte, dass die Auswirkungen hauptsächlich mit den Aktienmärkten zusammenhängen.
Gjokutaj kritisiert außerdem die mangelnde Transparenz des Marktes und die Wirksamkeit des Transparency Board und betont, dass die Erfahrungen aus dem Jahr 2022 Einschränkungen und unklare Vereinbarungen mit Betreibern gezeigt hätten.
Vollständiges Interview:
Ist der Anstieg des Ölpreises in unserem Land in diesem Tempo gerechtfertigt?
Eduart Gjokutaj: Teilweise wird dies durch globale internationale Faktoren wie Börsenschwankungen oder sogar Konflikte gerechtfertigt. Das Tempo und das Niveau des Wachstums auf dem Inlandsmarkt überstiegen jedoch oft das, was allein durch globale Faktoren erklärt werden kann. Dies hängt mit der lokalen Steuerstruktur wie Mehrwertsteuer, nationalen und lokalen Steuern zusammen, aber auch mit den Elementen unseres Marktes wie der Konzentration von Betreibern, Angebotsschwankungen und dem Fehlen von Instrumenten zur Preisstabilisierung. Spekulation und fehlende Sicherheitsreserven erhöhen dabei den Druck auf die Preise, so dass nicht alle Zuwächse durch den Weltmarkt gerechtfertigt sind.
In nur drei Wochen haben wir einen Anstieg von 39 Lek (neu) und erst in den letzten beiden Tagen um 14 Lek. Mancherorts liegt der Preis bei über 214 ALL pro Liter. Wie prognostizieren Sie den Preis in den kommenden Tagen? Wird es aufgrund des Konflikts wachsen?
Eduart Gjokutaj: Natürlich wirken sich Konflikte direkt auf den Kursanstieg an den Börsen aus. Bis heute wird gewarnt, dass der Konflikt nicht von Dauer sein wird, was zu Schwankungen an den Aktienmärkten geführt hat, ohne jedoch einen unmittelbaren Anstieg in Albanien widerzuspiegeln. Was wir jetzt tun müssen, ist, uns auf interne Faktoren zu konzentrieren. Es müssen funktionsfähige Überwachungsmechanismen eingerichtet werden, wobei ich damit die Steuern, den Zoll und die zuständigen Aufsichtsbehörden meine. Andererseits müssen Szenarien vorbereitet werden, damit im Falle einer Eskalation Wege gefunden werden können, den Preis zu amortisieren, sei es durch fiskalische Eingriffe, Subventionen oder Marktkommunikationsmaßnahmen.
Die Regierung sagt, dass die Marktüberwachung im Moment ausreicht. Ist das eine faire Haltung oder denken Sie, dass das Transparenzgremium eingerichtet werden sollte?
Eduart Gjokutaj: Eine Überwachungs-Taskforce ist der richtige Schritt, hat aber darüber hinaus keine Funktion. Es mangelt immer noch an Transparenz, was dazu beitragen würde, den spekulativen Druck zu verringern. Die Erfahrungen des Transparency Board im Jahr 2022 zeigten Grenzen, es erreichte nicht die erwartete Transparenz und der De-facto-Staat traf eine kollegiale Vereinbarung mit den Marktbetreibern. Wenn wir es mit den Gremien im Kosovo oder in Griechenland vergleichen, sind sie effektiver, weil sie die Probleme der Informalität und des Wettbewerbs besser angehen. Ohne die Lösung der internen Wettbewerbsprobleme ist der Vorstand wirkungslos.
In den letzten Tagen wird auch über die Kraftfahrzeugsteuer diskutiert, die wie in Italien vorübergehend gesenkt oder geändert werden kann. Warum sollte dies Ihrer Meinung nach getan werden und warum unternimmt die Regierung diesen Schritt nicht?
Eduart Gjokutaj: Italien verfügt über einen Verbrauchsteuermechanismus, der fast automatisch aktiviert wird, wenn der Preis einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Wenn wir über Albanien sprechen, liegt die Steuerlast auf einem sehr hohen Niveau, fast der Hälfte des Endpreises. Dabei sollte es sich nicht einfach um eine einzelne Steuer handeln, sondern um eine gerechte steuerliche Belastung, die nicht nur den Kraftstoff, sondern verschiedene Segmente des Verkehrs betreffen sollte. Wir können jedoch keine direkten Vergleiche mit anderen Ländern anstellen, da jedes Land Besonderheiten aufweist, die je nach wirtschaftlichem und sozialem Kontext analysiert werden.
/vizionplus.tv
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