Die Italiener „ohrfeigen“ Meloni, ihre Niederlage im Referendum wird mit „Bella Ciao“ auf den Plätzen gefeiert (VIDEO)

Die Italiener „ohrfeigen“ Meloni, ihre Niederlage im Referendum wird mit „Bella Ciao“ auf den Plätzen gefeiert (VIDEO)


Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erlitt beim Referendum über die Justizreform am Montag eine schwere Niederlage und erschütterte damit ihr Image als politisch unbesiegbare Führerin. Dieses Ergebnis hat das Vertrauen ihrer Gegner gestärkt, dass sie bei den nächsten Wahlen besiegt werden kann.

Die Niederlage gilt als der erste große politische Fehler ihrer Herrschaft, zu einer Zeit, als sie sowohl in Rom als auch in Brüssel die vollständige Kontrolle zu haben schien. Das Referendum hat der zersplitterten Opposition neuen Schwung verliehen und sie auf der politischen Bühne Italiens wieder konkurrenzfähig gemacht.

Melonis Vorschlag zur Reform des Justizsystems wurde von den Wählern klar abgelehnt: 54 % stimmten dagegen. Die hohe Wahlbeteiligung von rund 59 % wurde als Zeichen einer größeren Unzufriedenheit mit ihrer Regierung gewertet.

In Neapel waren die Reaktionen besonders symbolisch: Rund 50 Staatsanwälte und Richter versammelten sich, um das Ergebnis zu feiern, schenkten Champagner und sangen das beliebte antifaschistische Lied „Bella Ciao“, das mit den italienischen Partisanen des Zweiten Weltkriegs in Verbindung gebracht wird. Unterdessen organisierten Aktivisten und Studenten in Rom spontane Proteste, die ihren Rücktritt forderten.

Auch in den wichtigsten Städten des Landes musste der Premierminister erhebliche Verluste hinnehmen: In Rom erreichte die Gegenstimme 57 %, in Mailand 54 % und in Neapel sogar 71 %. Auch in Neapel gab es symbolische Reaktionen von Richtern und Aktivisten, die das Ergebnis feierten.

Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses reagierte Meloni mit verhaltenem Ton und erklärte, er werde die Entscheidung der Bürger respektieren, auch wenn er die Niederlage „mit Bitterkeit“ hinnehme. Sie betonte, dass die Regierung ihre Arbeit verantwortungsbewusst und entschlossen fortsetzen werde.

Oppositionelle wie Matteo Renzi, Elly Schlein und Giuseppe Conte hingegen betrachteten das Ergebnis als einen politischen Wendepunkt und kündigten eine neue und schwierigere Phase für die Regierung an.

Analysten gehen davon aus, dass sich Melonis politische Position erheblich geschwächt hat und dass sie versuchen könnte, die Initiative zurückzugewinnen, selbst durch vorgezogene Neuwahlen. Die Situation bleibt jedoch unklar und Italien tritt in eine neue Phase größerer politischer Unsicherheit ein.

/vizionplus.tv



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