Die italienische Küstenwache gab bekannt, dass am Dienstagabend 19 Migranten tot aufgefunden und 58 weitere aus einem in Seenot geratenen Beiboot etwa 80 Seemeilen vor der italienischen Insel Lampedusa gerettet wurden.
Die Rettungsaktion fand trotz äußerst schwieriger Wetterbedingungen im libyschen Such- und Rettungsgebiet statt. Nach Angaben des Sprechers der Küstenwache, Roberto D’Arrigo, waren nur italienische Streitkräfte in der Lage, in der Gegend einzugreifen.
„Wir waren die einzigen, die eingreifen konnten, da es weder Schiffe noch andere Rettungsteams gab. Die Bedingungen auf See waren extrem, die Wellen erreichten eine Höhe von über 6-7 Metern“, erklärte er.
Es wird vermutet, dass die Migranten Libyen verlassen hatten, während die Opfer vermutlich an Unterkühlung gestorben sind, obwohl die genauen Todesursachen voraussichtlich von den Behörden bestätigt werden.
Die Überlebenden wurden nach einer etwa zehnstündigen Fahrt nach Lampedusa transportiert und werden derzeit vom örtlichen Gesundheitsdienst betreut.
Die Insel Lampedusa gilt als einer der Haupteinreisepunkte nach Europa für Migranten, die aus Nordafrika das Mittelmeer überqueren. Jedes Jahr verlieren Tausende Menschen auf dieser gefährlichen Route ihr Leben, oft in kleinen Booten, die von den Küsten Libyens und Tunesiens abfahren.
Die Veranstaltung macht auf die häufigen Tragödien in diesem Bereich aufmerksam. Im August letzten Jahres kenterte ein weiteres Boot mit rund 100 Migranten in internationalen Gewässern in der Nähe von Lampedusa, wobei mindestens 26 Menschen ums Leben kamen.
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