Der albanische Premierminister Edi Rama hat die Anschuldigungen zurückgewiesen, die während der Proteste der letzten Wochen gegen ihn erhoben wurden, angeheizt durch ein 4-Milliarden-Dollar-Luxusprojekt im Zusammenhang mit Jared Kushner und seiner Frau Ivanka Trump.
In einem Interview für Financial Times, Rama bestritt kategorisch die Behauptung, er sei der „Pate“ hinter einem Korruptionssystem im Land.
„Manche sagen, ich sei der Anführer von all dem. Ich sage ihnen: ‚Nein‘. So einfach ist das. Es liegt nicht an mir zu beweisen, dass ich nicht der Pate bin, sondern an ihnen, diese Anschuldigungen zu beweisen“, erklärte Rama.
Die Proteste, die internationale Medien als „Flamingo-Revolution“ bezeichnen, brachen aus, nachdem sich die Öffentlichkeit über Pläne zum Bau eines luxuriösen Touristenkomplexes auf der für ihre Flamingos bekannten Insel Sazan empört hatte.
Unterdessen haben Sonderermittler gegen Korruption und organisierte Kriminalität Haftbefehle gegen 20 Geschäftsleute erlassen, die des internationalen Drogenhandels und der Geldwäsche verdächtigt werden.
Den Ermittlungen zufolge sollen Milliarden Euro in große Bauprojekte entlang der Adriaküste und in der albanischen Hauptstadt investiert worden sein.
Zu den an der Untersuchung beteiligten Personen gehört Artur Shehu, ein albanisch-amerikanischer Staatsbürger, der in Miami lebt. Dem Bericht zufolge hatte Shehu im Jahr 2025 ein Grundstück in der Nähe des Naturschutzgebiets verkauft, auf dem das Kushner-bezogene Projekt geplant ist.
Die Staatsanwaltschaft hat beschlossen, Zahlungen in Höhe von 128 Millionen Euro im Zusammenhang mit dieser Transaktion einzufrieren, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind.
Rama bestand jedoch darauf, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Ermittlungen gegen die früheren Eigentümer des Grundstücks und Kushners Investition gebe.
„Die Investition ist völlig ordnungsgemäß und hat nichts mit den laufenden Ermittlungen zu tun“, sagte er.
Der Premierminister bestritt auch Behauptungen, dass die albanische Wirtschaft auf Geldwäsche angewiesen sei.
„Zu sagen, dass die albanische Wirtschaft auf Geldwäsche basiert, ist schrecklich. Geldwäsche gibt es in unserer Wirtschaft, aber sie ist kein so großes Problem“, erklärte er.
Rama verglich die Situation mit anderen europäischen Ländern und argumentierte, dass das Phänomen nicht nur auf Albanien beschränkt sei.
„Sie glauben, dass es in London keine Geldwäsche gibt? Das gibt es. Aber kann man sagen, dass die britische Wirtschaft auf Geldwäsche basiert? Nein“, sagte er.
Laut Rama habe die Zunahme der Ermittlungen und Verhaftungen durch die Justizbehörden den Eindruck erweckt, dass Korruption und organisierte Kriminalität weiter verbreitet seien als zuvor, während die Realität seiner Meinung nach das Gegenteil sei.
„Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Albanien bekämpft die Korruption wie nie zuvor und ist heute viel weniger korrupt als früher“, sagte der Premierminister.
In seinem Interview wiederholte Rama die Behauptung, dass der Widerstand gegen das Projekt auch von den politischen Gegnern von US-Präsident Donald Trump angezettelt worden sei.
„Es gibt viele Interessen, dieses Projekt wegen Trump zunichte zu machen. Ohne Jared Kushner würde sich niemand um Flamingos, Albanien oder irgendetwas anderes kümmern. All diese Aufmerksamkeit kommt vom Hass auf Trump“, erklärte er.
Der Premierminister zeigte sich überzeugt, dass die Pläne zur Tourismusentwicklung an der Küste trotz Protesten und öffentlicher Debatten verwirklicht werden.
„Wichtig ist, dass die Investoren keine Kriminellen sind und nicht in Geldwäsche verwickelt sind. Es sind Großinvestoren. Das ist eine historische Chance für Albanien“, schloss Rama.
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