Koço Qëndros letztes Vermächtnis: Huldigen Sie mir nicht

Koço Qëndros letztes Vermächtnis: Huldigen Sie mir nicht


Eine wenige Tage vor seinem Tod hinterlassene Hinterlassenschaft erlaubte es den Familienmitgliedern des bekannten Korça-Schauspielers Koço Qëndro nicht, ihm in der Lobby des „Andon Zako Çajupi“-Theaters, der Bühne, auf der er den größten Teil seines künstlerischen Lebens verbrachte, die Ehre zu erweisen.

Nach Angaben von Familienangehörigen hatte Qendro nur eine Woche vor seinem Tod einen seiner Söhne gebeten, seinen Leichnam nicht zu Ehren im Theater aufzubewahren. Das Vermächtnis wurde von allen drei Söhnen respektiert, die beschlossen, den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen.

Koço Qendro war jahrzehntelang eine der prominentesten Figuren des „Andon Zako Çajupi“-Theaters und spielte Dutzende Rollen, die dem Publikum im Gedächtnis geblieben sind. Einer der beliebtesten war Harpagon in der Komödie „Greed“, eine Rolle, mit der er noch im Alter von 93 Jahren auf die Bühne zurückkehrte und damit seine Leidenschaft und sein außergewöhnliches Engagement für die Kunst unter Beweis stellte.

Der Schauspieler hat den Grund für dieses Vermächtnis nie öffentlich gemacht. Basierend auf seinen Interviews im Laufe der Jahre geht man jedoch davon aus, dass diese Entscheidung auch mit der Enttäuschung über die mangelnde institutionelle Wertschätzung zusammenhängt, da er öffentlich seine Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht hatte, dass er trotz seines außergewöhnlichen Beitrags zur albanischen Kunst keine Sonderrente erhielt.

Der letzte Abschied vom Meister der Bühne findet in einem der Bestattungsunternehmen der Stadt Korça statt, wo Familie, Freunde, Kollegen und Kunstliebhaber ihre letzte Ehre erweisen.

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