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Die Vereinigten Staaten haben erneut eine ungewöhnlich klare und öffentliche Warnung vor der Bedrohung herausgegeben, die von albanischen Gruppen der organisierten Kriminalität und ihren Verbindungen zu lateinamerikanischen Drogenkartellen ausgeht, und stellen das Problem nicht nur als kriminelle Herausforderung, sondern als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Zukunft Albaniens dar. Die Botschaft wurde übermittelt von Nancy VanHornder US-Geschäftsträger in Tirana, in Bemerkungen, die von der amerikanischen Botschaft im Anschluss an ein von der US-Botschaft geleitetes Schulungsprogramm veröffentlicht wurden Federal Bureau of Investigation für Ermittler aus HEBEL und das National Bureau of Investigation. Ihre Warnung bekräftigte eine Besorgnis, die Washington wiederholt geäußert hat: Albanische kriminelle Netzwerke, die mit lateinamerikanischen Kartellen zusammenarbeiten, untergraben die Rechtsstaatlichkeit, ermöglichen Geldwäsche in großem Umfang und bedrohen die langfristige Stabilität des Landes.
VanHorn betonte, dass diese Netzwerke von Drogenhandel und Finanzkriminalität profitieren, die durch moderne Technologien ermöglicht werden, und machte deutlich, dass die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Drogenhandels in Albanien weiterhin oberste Priorität für die USA habe. Sie betonte die anhaltende amerikanische Unterstützung für SPAK, das National Bureau of Investigation und Sicherheitsausbildungseinrichtungen und richtete diese Bemühungen auf die Prioritäten der Trump-Regierung aus.
Diese Warnung war keine isolierte Nachricht. Am Unabhängigkeitstag Albaniens, US-Außenminister Marco Rubio Die bilaterale Zusammenarbeit mit den albanischen Strafverfolgungsbehörden knüpfte ausdrücklich an die Bekämpfung internationaler krimineller Gruppen und Drogenkartelle und stellte fest, dass eine solche Zusammenarbeit die Sicherheit beider Länder erhöht. Die Wiederholung und Konsistenz dieser Botschaften weisen auf eine tiefere Besorgnis in Washington hin: dass die organisierte Kriminalität in Albanien nicht nur ein polizeiliches Problem ist, sondern mit Politik, Wirtschaftspolitik und institutioneller Schwäche verflochten ist.
Lokale Analysten interpretieren die amerikanischen Aussagen als impliziten Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Kriminalität und Politik. Der Politikwissenschaftler Ermal Hasimja hat argumentiert, dass in Lateinamerika tätige albanische Schlepper ohne starke inländische Stützpunkte und politischen Schutz im US-Diskurs keine so prominente Rolle spielen würden. Afrim Krasniqi, Leiter des Instituts für politische Studien, hat ebenfalls festgestellt, dass Washington diese Bedenken mehrfach geäußert hat, insbesondere nachdem die USA erweiterte Sanktionen gegen eine albanische Verbrecherfamilie verhängt hatten, die beschuldigt wird, internationale Drogengewinne über komplexe Geschäftsnetzwerke in Mexiko, Kanada und Europa gewaschen zu haben.
Krasniqi weist darauf hin, dass solche Sanktionen in einem funktionierenden Rechtsstaat sofortige inländische Untersuchungen zur Herkunft des Kapitals, zum Umfang der Investitionen und zu den Empfängern öffentlicher Gelder auslösen sollten. Stattdessen sind von den Vereinigten Staaten sanktionierte Personen weiterhin in Albanien tätig, profitieren von öffentlichen Aufträgen und investieren stark in Bauwesen und Tourismus, ohne dass ihre Finanzquellen ernsthaft geprüft werden.
Hier wird der Kontrast zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union politisch bedeutsam. Während die US-Botschaft in Tirana wiederholt eindeutige Botschaften über die Zusammenhänge zwischen organisierter Kriminalität, Drogenhandel, Geldwäsche und der nationalen Sicherheit Albaniens gesendet hat, haben die EU-Delegation und die Botschaften der EU-Mitgliedstaaten in Tirana weitgehend geschwiegen, obwohl sich die Beweise dafür häufen, dass sich das Land zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Geldwäsche von Erträgen aus Kriminalität, Korruption und internationalem Drogenhandel entwickelt.
Unabhängige Experten bezeichnen dieses Schweigen als zunehmend unhaltbar. Wenn man die Augen vor dem massiven Bauboom Albaniens verschließt, während glaubwürdige Beweise darauf hindeuten, dass große Teile des Sektors durch illegales Kapital angetrieben werden, wirft dies grundlegende Fragen über Europas Engagement für die Rechtsstaatlichkeit in einem EU-bestrebten NATO-Mitgliedsstaat auf. Kritiker argumentieren, dass die Legalisierung des informellen Kapitals durch wiederholte Amnestien den kriminellen Reichtum normalisiere, den Wettbewerb auf dem Markt verzerre und den Einfluss krimineller Netzwerke auf Politik, Medien und das öffentliche Leben festige.
Wie Krasniqi warnt, kann kein Land demokratisch oder wirtschaftlich nachhaltig werden, wenn sein Wachstum durch Gelder aus Drogenhandel, Drogenhandel und Korruption angetrieben wird. Wenn Luxusresorts, Hochhaustürme und Flaggschiff-Investitionen durch illegales Kapital finanziert werden, entsteht ein negatives Erbe für künftige Generationen, untergräbt den fairen Wettbewerb und macht politische Institutionen zunehmend anfällig für kriminellen Druck.
Washingtons Botschaft ist daher nicht nur eine Warnung an kriminelle Gruppen, sondern auch eine Prüfung für Albaniens Partner. Während die Vereinigten Staaten offen über die Risiken sprechen, besteht die Gefahr, dass Europas anhaltende Zurückhaltung, sich diesen Realitäten zu stellen, das gegenteilige Signal aussendet: dass strategisches Schweigen den unbequemen Wahrheiten vorzuziehen ist. Für ein Land, das eine EU-Mitgliedschaft anstrebt, könnte sich dieser Widerspruch als schädlicher erweisen als jedes einzelne kriminelle Netzwerk.
Mit freundlicher Genehmigung von Blerina Gjoka und Reporter.al
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