Der März ist einer der besten Monate, um Dubai zu besuchen. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 28 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit ist in den Emiraten deutlich niedriger als im Sommer. Aufgrund des Krieges im Iran sind Touristen jedoch tagelang weg.
Bis vor wenigen Tagen schien Dubai eine Stadt zu sein, die niemals schläft. Unter den gläsernen Wolkenkratzern waren Luxuseinkaufszentren voller Menschen, Restaurants und Strandclubs liefen auf Hochtouren, und um ein Zimmer in einem Fünf-Sterne-Hotel zu reservieren, musste man tief in die Tasche greifen.
Doch heute hat sich die Szene plötzlich verändert. In weniger als 24 Stunden haben der Krieg im Nahen Osten und Störungen des Luftverkehrs aufgrund von Drohnen- und Raketenangriffen die Straßen von Touristen geleert.
Bezeichnend ist ein charakteristisches Bild, das in den letzten Stunden in den sozialen Medien kursierte: Tausende Menschen standen Schlange vor dem berühmten Garten der Wunder, als der freie Eintritt für Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate angekündigt wurde. Es handelte sich nicht um einen Werbegag oder ein … Wunder, wie viele meinten, sondern um eine Notwendigkeit der neuen Realität: Unternehmen versuchen nun, die eigenen Bewohner der Stadt anzulocken, um die große Lücke zu füllen, die der plötzliche Abzug der Touristen hinterlassen hat.
Noch ausgeprägter ist der Wandel in der Schwerindustrie des Emirats, dem Tourismus. Hotels, die bis vor Kurzem für die meisten Reisenden als unbezahlbar galten, sind nun gezwungen, ihre Preise drastisch zu senken.
Das ikonische Atlantis The Palm Hotel, eines der beliebtesten Wahrzeichen Dubais, bietet Zimmer ab 300 Euro pro Nacht an, während der Preis unter normalen Umständen über 700 Euro liegen würde. In den 400 Quadratmeter großen Fünf-Sterne-Suiten des Pearl Marina kann eine Nacht jetzt für nur 53 Euro übernachtet werden. Im Hyatt Regency, ebenfalls fünf Sterne, im Zentrum von Dubai, für 62 Euro.

Auch die Preise für Flugtickets sind gesunken. Cyprus Airways bietet jetzt Hin- und Rückflüge nach Dubai für rund 180 Euro an, ein Preis, der bis vor Kurzem für eines der beliebtesten Reiseziele im Nahen Osten als äußerst niedrig galt.
Darüber hinaus weist Google Maps häufig seltsame Störungen auf, die möglicherweise auf Störungen des Navigationssystems zurückzuführen sind, und die Behörden sind sogar so weit gegangen, Autos mit hoher Geschwindigkeit zu verbieten, mit der Warnung, dass jeder, der dies tut, mit einer Geldstrafe rechnen muss, da der Lärm bei den Anwohnern Panik auslösen kann.
Das Nachtleben in Dubai, das bis vor Kurzem eine der stärksten „Karten“ der Stadt war, ist deutlich zurückgegangen. Die Luxusbars, Restaurants und Lounges, die früher jeden Abend mit Besuchern aus aller Welt gefüllt waren, haben heute kaum noch 20 bis 30 Tische. Viele Unternehmen waren gezwungen, ihren Mitarbeitern mindestens einen Monat lang unentgeltlichen Urlaub zu gewähren, während in einigen Fällen die Mitarbeiter für die nächsten zwei Monate in Gruppen eingeteilt wurden, um die Betriebskosten zu begrenzen.

Die Lage in Dubai bleibt trotz der Spannungen im Nahen Osten stabil, allerdings mit einigen sichtbaren Auswirkungen auf die Wirtschaft und das tägliche Leben. Der Immobilienmarkt hat sich leicht abgeschwächt, da die Anleger vorsichtiger werden, obwohl es keinen starken Preisverfall gibt.
Unterdessen laufen die lokalen Geschäfte in der Nachbarschaft wie gewohnt weiter, während Supermärkte und Lieferdienste davon profitieren, dass die Bewohner weniger umziehen. Im Luftverkehr führt Emirates nach den Flugbeschränkungen schrittweise wieder Flüge durch.
Ein unerwartetes Problem ist das Aussetzen von Haustieren durch weggezogene Bewohner, was die Behörden zu unterstützenden Maßnahmen zwingt. Trotz allem laufen große Infrastrukturprojekte ohne Unterbrechung weiter und zeigen Stabilität.
Die Bewohner leben zwischen Unsicherheit und dem Streben nach Normalität: Einige haben die Stadt verlassen, andere haben sich entschieden zu bleiben und ihr Leben und Arbeiten in der Stadt fortzusetzen.
/vizionplus.tv
Join The Discussion