Körperliche Empathie: Können wir den Schmerz anderer spüren?

Körperliche Empathie: Können wir den Schmerz anderer spüren?


Wenn wir über Empathie sprechen, greifen wir oft auf das Klischee „sich in die Lage des anderen versetzen“ zurück. Konkret ist körperliche Empathie genau das: wenn das Verständnis ein Ausmaß erreichen kann, das es uns ermöglicht, in unserem Körper zu erfahren, was andere fühlen. So seltsam es auch erscheinen mag, es ist möglich.

Um zu verstehen, wie es funktioniert, lernen wir zunächst mehr über Empathie, die darin besteht, in den Bezugsrahmen der anderen Person in deren Welt einzutreten, um es mit den Worten von Carl Rogers, einem bekannten existentialistischen Psychologen, auszudrücken. Ein solcher Prozess erfordert Beobachtung und Respekt, obwohl er nicht bedeutet, dass wir dem, was der andere sagt, zustimmen müssen. Empathie erfordert ein offenes und aktives Zuhören, das es uns ermöglicht, unseren Gesprächspartner zu begleiten und mit der richtigen Harmonie auf seine Bedingungen zu reagieren. An dieser Stelle stellt sich die berechtigte Frage, ob es möglich ist, den Schmerz anderer zu spüren.

Können wir den Schmerz anderer spüren?

Die Antwort ist ja. Möglicherweise sind Sie durch die Leidensgeschichte eines anderen zu Tränen gerührt, als hätten Sie es selbst erlebt. Und Sie haben es teilweise gelebt. Spiegelneuronen wurden von einer Forschergruppe unter der Leitung von Giacomo Rizzolatti entdeckt, die sich mit der Untersuchung der motorischen Regionen von Makaken beschäftigte. Diese Zellen haben die Besonderheit, dass sie sowohl dann aktiviert werden, wenn wir eine Aktion ausführen, als auch wenn wir Zeuge der Aktion einer anderen Person werden. Aus diesem Grund sind Spiegelneuronen auch am Nachahmungslernen beteiligt.

Sie befinden sich im Broca-Bereich und im Parietallappen und ihr Name leitet sich von dieser Fähigkeit ab, die Aktivität eines anderen im Gehirn eines Menschen widerzuspiegeln. Die Bedeutung dieser Entdeckung liegt in der Rolle, die diese Neuronen in der sozialen Interaktion spielen. Sie geben uns die Fähigkeit, wahrzunehmen oder zu interpretieren, was mit unserem Gesprächspartner passiert.

Was ist körperliche Empathie?

Unter körperlicher Empathie versteht man die Fähigkeit, die körperlichen Symptome anderer zu spiegeln und sie als die eigenen zu empfinden. Um es besser zu verstehen, können wir uns das Gähnen vorstellen, das fast automatisch entsteht, wenn wir jemand anderen gähnen sehen. Obwohl dies kein empathisches Verhalten, sondern ein Spiegelverhalten wäre, hilft uns diese Analogie zu verstehen, wie es funktioniert. Auf jeden Fall kommt es nicht häufig zu körperlicher Sensibilität, anders als bei Sensibilitäten, die mit Emotionen oder Stimmungen verbunden sind. Körperliche Sensibilität ist charakteristisch für hochsensible Menschen, die eine stärkere Aktivierung ihrer neuronalen Netzwerke erfahren und einen Zustand erreichen, in dem sie den Schmerz anderer spüren. Es tritt häufiger bei bestimmten Reizen auf.

Es ist zum Beispiel wahrscheinlicher, dass wir es erleben, wenn das, was wir beobachten, in Bewegung ist, als wenn es sich um ein einfaches Geräusch handelt. Doch Sorge ist nicht das Einzige, was wir „auf unserer Haut“ erleben können. Wir können auch Freude, Glück und unterschiedliche Stimmungen erleben. Sie erinnern sich wahrscheinlich an die Zeit, als Sie anfingen, herzlich zu lachen, nur weil Sie sahen, wie jemand anderes es tat, ohne den zugrunde liegenden Grund zu verstehen. Einigen Studien zufolge gilt: Je aufrichtiger das Lachen anderer Menschen wahrgenommen wird, desto „klebriger“ ist es.

Die Bedeutung der Kontrolle der körperlichen Empfindlichkeit

Es besteht kein Zweifel, dass körperliche Sensibilität gut ist. Allerdings ist es wichtig, darauf zu achten, nicht in Extreme oder Exzesse zu verfallen. Manche Menschen haben ein falsches Bild von „Rettern“ oder „Rettern“, was sie übermäßig besorgt darüber macht, was mit anderen passiert. Sie haben das Gefühl, dass sie eine Rolle dabei spielen müssen, anderen zu helfen, und entwickeln möglicherweise Mitgefühlsmüdigkeit. Empathie erfordert eine ausgewogene Anpassung, sowohl für andere als auch für sich selbst. Im Falle anderer begleiten und ermutigen Sie die Person, Entscheidungen zu treffen und proaktiv an der Lösung des Problems zu arbeiten, das mit ihr geschieht. Auf diese Weise hilfst du ihm. Für uns selbst bedeutet die Kontrolle unserer Emotionen, dass wir uns nicht von Situationen oder Emotionen so weit mitreißen lassen, dass wir von ihnen beeinflusst werden. Dies kann zu Angstzuständen, Unruhe und Unruheproblemen führen. In der Ausübung mancher Berufe kann beispielsweise besonderes Einfühlungsvermögen dysfunktional sein oder die korrekte Erbringung von Dienstleistungen gefährden.

Körperliche Empathie ist ein komplexes Konzept

Empathie ist eine der Eigenschaften, die es uns ermöglicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und zu verstehen, was sie erleben. Auf diese Weise ebnet es uns den Weg in sozialen Interaktionen. Wenn die Sensibilität jedoch so weit geht, dass sie uns völlig stört, kann sie zu emotionalen Ungleichgewichten und Unbehagen führen. Viele Fachleute empfehlen die Arbeit an der Selbsterkenntnis, die als Werkzeug dienen würde, um herauszufinden, welche Emotionen zu uns gehören und welche nicht. Auf diese Weise können wir Grenzen setzen. Der Umgang mit Emotionen ist in diesen Fällen von entscheidender Bedeutung. Schließlich reden wir viel über Empathie für andere, konzentrieren uns aber selten auf die Rücksichtnahme auf uns selbst. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, den Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie auf sich selbst achten.

Join The Discussion