Wir haben alle schon einmal Angst gehabt, wenn wir dachten: „Morgen bin ich bei der Arbeit.“
Bei manchen Menschen können diese arbeitsbezogenen Gefühle jedoch zu Behinderungen führen und das berufliche und persönliche Wohlbefinden beeinträchtigen. Für dieses Phänomen gibt es auch einen Namen: Ergophobie.
Was ist Ergophobie?
Der Begriff Ergophobie, abgeleitet von den griechischen Wörtern „ergon“ (Arbeit) und „phobos“ (Angst), bezeichnet eine irrationale und übermäßige Angst vor der Arbeit. Es kann manchmal als Ergasiophobie, Arbeitsaversion oder Arbeitsplatzphobie bezeichnet werden. Es handelt sich um eine Phobie, die zu ernsthaften Belastungen und Beeinträchtigungen der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit führen und langfristig zur Arbeitsvermeidung führen kann.
Menschen, die unter dieser Erkrankung leiden, verspüren sowohl bei der Vorstellung, zur Arbeit zu gehen, als auch während der Arbeit Angst und Unruhe. Es ist eine Angst – die tatsächlich eine Kombination von Ängsten sein kann, wie z. B. das Versagen bei bestimmten Aufgaben, das Reden vor Arbeitsgruppen oder das gesellige Beisammensein mit Kollegen –, die körperliches und geistiges Unbehagen hervorrufen und dazu führen kann, dass man Aufgaben und berufliche oder berufliche Aufgaben nicht mehr ausführen kann Arbeitsaktivitäten.
Obwohl Ergophobie im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) nicht ausdrücklich erwähnt wird, gilt sie als spezifische Phobie.
Damit diese Art von Phobie möglich ist, muss die Angst irrational sein und in keinem Verhältnis zu einer tatsächlichen Bedrohung stehen. Ein Chirurg kann beispielsweise ein gewisses Maß an Angst vor den mit einer Operation verbundenen Risiken haben. Ein Chirurg mit Ergophobie kann eine lähmende Angst vor dem Geschehen verspüren, die ihn dazu veranlasst, die Operation von Patienten ganz zu vermeiden.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen, die unter Ergophobie leiden, später im Leben zu arbeiten beginnen als ihre Altersgenossen. Menschen mit Ergophobie haben auch ein übertriebenes oder irrationales Maß an Angst und vermeiden möglicherweise sogar eine Bewerbung. Sie fühlen sich möglicherweise durch normale Arbeitssituationen übermäßig gestresst, auch wenn es ihnen gut geht.
Psychologische Ursachen und Ursprünge
Spezifische Phobien entstehen, wenn ein direktes oder indirektes negatives oder traumatisches Ereignis auftritt, das einen bestimmten Reiz auslöst, beispielsweise ein toxisches Arbeitsumfeld.
Jemand, der an Ergophobie leidet, hat wahrscheinlich ein negatives oder beängstigendes Ereignis am Arbeitsplatz erlebt: Möglicherweise wurde er von einem Chef oder Kollegen öffentlich gedemütigt, er hat bei der Arbeit einen emotional bedeutsamen Fehler begangen oder es gab sogar ein Ereignis am Arbeitsplatz, das Angst auslöste . Wie ein gewalttätiger Chef.
Ebenso kann eine Person indirekt Angst vor der Arbeit entwickeln, wenn sie von traumatischen Ereignissen am Arbeitsplatz erfährt oder diese miterlebt, wie zum Beispiel Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz.
Hinzu können weitere Risikofaktoren kommen. Dazu gehören beispielsweise Leistungsangst, eine genetische Komponente – Studien zeigen, dass ein starker familiärer Zusammenhang mit der Entstehung spezifischer Phobien verbunden ist – und eine bestimmte Gehirnfunktion.
Symptome einer Ergophobie
Menschen, die unter Ergophobie leiden, können diese Angst je nach Art der ausgeübten Tätigkeit oder Karriere, aber auch aufgrund persönlicher Merkmale oder des Vorliegens von Erkrankungen wie Zwangsstörungen, generalisierten Angstzuständen oder Depressionen unterschiedlich äußern.
Zu den typischen Symptomen (die über einen längeren Zeitraum und mindestens 6 Monate anhalten) gehören jedoch:
Ungerechtfertigte Angst, wenn man zur Arbeit geht oder darüber nachdenkt;
Körperliche Angstsymptome wie Zittern, Schwitzen, schneller Herzschlag, Mundtrockenheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Atembeschwerden wie Erstickungsgefühl;
Panikattacken;
Vermeidung von Arbeit, die zu längeren Krankheitszeiten führen kann, oder Vermeidung von Bewerbungen oder der Teilnahme an Vorstellungsgesprächen;
Anhaltende und sich verschlimmernde Ängste und Sorgen;
Beeinträchtigung der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit;
Unfähigkeit, Arbeitsfristen einzuhalten;
Schwierigkeiten, einen Job zu behalten;
Lange Phasen der Arbeitslosigkeit;
Mangelnde Bereitschaft, zusätzliche Arbeitsverantwortung zu übernehmen;
Nachdenken über negative Arbeitssituationen oder Herausforderungen bei der Arbeit;
Rückzug am Arbeitsplatz;
Unterbeschäftigung (weniger Stunden arbeiten oder geringqualifizierte Tätigkeiten ausüben).
Diagnose und Analyse
Es ist oft schwierig, diese Erkrankung zu diagnostizieren, da viele Menschen keine Hilfe suchen. Daher ist es nicht möglich, die tatsächliche Häufigkeit dieser Erkrankung abzuschätzen.
Um als Ergophobie erkannt zu werden, müssen die Symptome im Allgemeinen länger als sechs Monate anhalten.
Der erste Schritt zur Überwindung der Ergophobie besteht darin, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um herauszufinden, ob es sich um eine gewöhnliche arbeitsbedingte Angst oder eine irrationale Angst handelt.
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