Deutschland schränkt Energy-Drinks für Minderjährige ein

Deutschland schränkt Energy-Drinks für Minderjährige ein


Mit einer neuen Gesetzesinitiative will Deutschland eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke einführen und den Konsum von Energy-Drinks für Personen unter 16 Jahren einschränken.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bemühungen zur Bekämpfung von Fettleibigkeit bei Kindern, einem Problem, das im Land breite parteiübergreifende Unterstützung findet.

Es wird erwartet, dass der Vorschlag an diesem Freitag im Bundesrat, dem Bundesorgan, das die 16 deutschen Bundesländer vertritt, zur Abstimmung vorgelegt wird und den ersten Schritt zu einer möglichen rechtlichen Lösung darstellt.

Der Entwurf legt noch nicht die konkrete Höhe der Zuckersteuer fest, sieht aber vor, dass die erzielten Einnahmen in Programme und Initiativen zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit fließen.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident und einer der Initiatoren des Vorschlags, Daniel Günther, betonte, dass die Lebensmittelindustrie dazu ermutigt werden sollte, die Rezepturen ihrer Produkte zu überprüfen.

Ein weiteres Schlüsselelement des Vorschlags ist die Einführung von Beschränkungen für Energy-Drinks aufgrund ihres hohen Koffein-, Taurin- und Zuckergehalts.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben weltweit bereits mehr als 100 Länder Steuern auf zuckerhaltige Getränke erhoben, darunter etwa die Hälfte der Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie Belgien, Frankreich und Portugal.

Obwohl die CDU, der Günther angehört, im Februar einen ähnlichen Vorschlag abgelehnt hatte, deuten die jüngsten Entwicklungen auf eine Änderung der Haltung hin: Einige Abgeordnete unterstützen die Initiative bereits, ebenso wie die Grünen und die Sozialdemokraten.

Umfragen zeigen auch große Zustimmung in der Bevölkerung, rund 60 % der Bundesbürger befürworten diesen Schritt.

Unterdessen schätzt eine im Jahr 2024 veröffentlichte Studie von Forschern der Technischen Universität München, dass eine Steuer ähnlich wie in Großbritannien den täglichen Zuckerkonsum um 2-3 Gramm pro Person reduzieren würde.

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