Der rosafarbene Vollmond heute Abend: Mythos oder Wahrheit, dass er Schlaf und Stimmung „stiehlt“?

Der rosafarbene Vollmond heute Abend: Mythos oder Wahrheit, dass er Schlaf und Stimmung „stiehlt“?


Wenn der Himmel vom „rosa Mond“ erleuchtet wird, berichten viele Menschen von Veränderungen im Schlaf und in der Stimmung. Aber ist das nur ein Gefühl oder gibt es eine wissenschaftliche Grundlage? Studien zufolge scheint der Einfluss des Vollmondes real zu sein, wenn auch nicht so direkt wie gedacht.

Eine in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen dazu neigen, länger zu schlafen und in den Tagen vor Vollmond weniger Schlaf zu bekommen. Konkret kann es sein, dass sie zwischen 20 und 90 Minuten an Schlaf verlieren und schwerer einschlafen können. Laut Chronobiologie-Professor Christian Cajochen gibt es einen „Mondrhythmus“, der den Schlaf des Menschen beeinflusst, auch ohne direkte Einwirkung des Mondlichts.

Die Auswirkungen hören nicht erst im Schlaf auf. Studien zeigen, dass in dieser Phase der Tiefschlaf um bis zu 30 % abnehmen kann, die Gesamtruhezeit verkürzt wird und der Melatoninspiegel, das Hormon, das den Schlafzyklus reguliert, sinkt. Dadurch wird der Schlaf einfacher und weniger erholsam.

Experten weisen darauf hin, dass der Vollmond auch Stimmung und Energie beeinflussen kann. Laut der Psychologin Eleni Tzavara kann es den Tagesrhythmus stören und sich auf den emotionalen Zustand auswirken. Bei empfindlicheren Menschen, beispielsweise Menschen mit Angstzuständen oder bipolaren Störungen, können diese Auswirkungen stärker ausgeprägt sein.

Experten betonen jedoch auch die Rolle der Erwartungen: Wenn wir erwarten, dass der Vollmond uns beeinflusst, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass wir diesen Effekt erleben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vollmond zwar unser Leben nicht „kontrolliert“, aber unseren Schlaf und unsere Stimmung leicht, aber deutlich beeinflussen kann.

/vizionplus.tv

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