US-Außenminister Antony Blinken sagte, Nordkorea habe bei seinem Besuch in Seoul am 6. Januar eine Rakete getestet. Ihm zufolge ist diese Aktion Pjöngjangs eine Erinnerung an die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen Washington, Südkorea und Japan im Kampf gegen den Norden zu vertiefen.
Nordkorea feuerte gegen Mittag Ortszeit eine ballistische Mittelstreckenrakete ab, die mehr als 1.100 Kilometer nach Osten flog, bevor sie ins Meer stürzte, teilte das Militär in Seoul mit.
Wenige Stunden nach diesem Test sagte Blinken während einer Pressekonferenz, dass diese Aktion Pjöngjangs die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den USA, Südkorea und Japan unterstreiche, einschließlich des Austauschs von Echtzeitdaten über Raketen, aber auch der Aufrechterhaltung trilateraler Militärübungen.
„Die heutigen Tests erinnern uns alle daran, wie wichtig unsere Zusammenarbeit ist“, betonte der US-Diplomat.
Blinken warnte vor einer Vertiefung der Beziehungen zwischen Pjöngjang und Moskau. Er sagte, Washington gehe davon aus, dass Russland beabsichtige, Raumfahrt- und Satellitentechnologie mit Nordkorea zu teilen, als Gegenleistung für Hilfe bei den Kämpfen in der Ukraine, wo mehr als 1.000 nordkoreanische Soldaten getötet oder verwundet worden sein sollen.
US-Präsident Joe Biden, der seine Amtszeit in diesem Monat beendet, hat trotz Meinungsverschiedenheiten zwischen den asiatischen Nachbarn die Zusammenarbeit mit Südkorea und Japan vertieft.
Sowohl die politischen Unruhen in Südkorea als auch die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus haben die Frage aufgeworfen, ob diese Zusammenarbeit fortgesetzt wird.
Die Gesetzgeber in Südkorea stimmten letzten Monat dafür, Präsident Yoon Suk Yeol anzuklagen und ihn aus dem Amt zu suspendieren, nachdem er am 3. Dezember das Kriegsrecht verhängt hatte. Nun ist es Sache des Verfassungsgerichts, über seine Entlassung zu entscheiden.
Wenn Yoon als Präsident zurücktritt, wird es eine Präsidentschaftswahl geben, und die Liberalen – die als Sieger gelten – haben Yoons Bemühungen um eine Partnerschaft mit Tokio kritisch gesehen.
Blinken sagte auch, dass Washington zwar „tiefe Bedenken“ über Yoons Vorgehen habe, aber zuversichtlich sei, dass die südkoreanischen Institutionen Erfolg haben werden.
Ansonsten war der Raketenstart Pjöngjangs der erste seit dem 5. November letzten Jahres, als das Land mindestens sieben ballistische Mittelstreckenraketen abfeuerte.
Es ist unklar, welchen Raketentyp Nordkorea getestet hat, aber das Land testete letztes Jahr eine Feststoffrakete, bei der es sich laut Pjöngjang um eine Hyperschallrakete handelte, die der Luftverteidigung entkommen sollte.
Feststoffraketen sind einfacher und sicherer zu bedienen, erfordern keine große logistische Unterstützung und sind von Verteidigungssystemen schwieriger zu erkennen.
Join The Discussion