Am Sonntag findet in Portugal die zweite Runde der Präsidentschaftswahl statt

Am Sonntag findet in Portugal die zweite Runde der Präsidentschaftswahl statt


Die Wähler in Portugal werden am Sonntag erneut zur letzten Runde der Präsidentschaftswahlen gehen. Der Prozess wird von Bemühungen dominiert, den rechtsextremen Kandidaten einzudämmen, wird aber auch von tödlichen Stürmen überschattet, die das Land in den letzten Tagen heimgesucht haben.

Der linke Kandidat António José Seguro führte die erste Wahlrunde am 18. Januar an und sicherte sich 31,1 % der Stimmen.

Auf dem zweiten Platz landete André Ventura, Vorsitzender der rechtsextremen Partei Chega – heute die zweitstärkste parlamentarische Kraft – mit 23,5 % der Stimmen.

Bevor der Wahlkampf durch zwei tödliche und verheerende Stürme fast offiziell gestoppt wurde, zeigten einige konservative Persönlichkeiten im Land seltene Einigkeit und erklärten ihre Unterstützung für Seguro, um die Aussicht auf einen rechtsextremen Präsidenten zu vermeiden. Andere, darunter Portugals Mitte-Rechts-Premierminister Luís Montenegro, weigerten sich, den sozialistischen Kandidaten zu unterstützen.

Umfragen deuten darauf hin, dass sich auch die Wähler für Seguro einsetzen. Laut einer Umfrage liegt der sozialistische Kandidat mit 67 % vor Ventura mit 33 %.

Wenn sich diese Vorhersagen als richtig erweisen, wird Seguro das höchste Ergebnis eines Präsidentschaftskandidaten in der ersten Amtszeit in den fünf Jahrzehnten seit dem Sturz des autoritären Regimes in Portugal erzielen.

Sollte es Ventura jedoch gelingen, sich mehr als 32 % der Stimmen zu sichern, hätte Chega bei den letzten Parlamentswahlen einen größeren Stimmenanteil als die regierende Sozialdemokratische Partei gewonnen.

Analysten sagen, dass allein diese Tatsache einen weiteren wichtigen politischen Moment markieren könnte, da ein rechtsextremer Präsident in Portugal von der EU und europäischen Partnern mit Sorge beobachtet würde, obwohl das Land weiterhin an europäische Strukturen und die NATO gebunden wäre.

Join The Discussion