Die Provinz Alberta will sich von Kanada abspalten

Die Provinz Alberta will sich von Kanada abspalten


Der Mehrheit der Kanadier gefiel die Idee von Donald Trump, ihr Land als 51. Bundesstaat der USA zu annektieren, nicht.

Der Vorschlag selbst hatte eine Welle von Patriotismus und antiamerikanischer Stimmung ausgelöst, die dazu führte, dass die Supermarktregale mit amerikanischen Produkten geleert und die amerikanische Hymne bei Sportveranstaltungen ausgebuht wurden.

Doch wie La Repubblica schreibt, zeichnet sich nun ein neuer Aspekt ab: Es scheint, dass nicht ganz Kanada gleich denkt. Die Provinz Alberta, die aufgrund ihres Bruttoinlandsprodukts und ihrer Ölreserven als „Texas Kanadas“ gilt, wird noch in diesem Jahr per Referendum darüber entscheiden, ob sie sich vom Rest des Landes abspaltet und autonom wird. Die Unabhängigkeitsbewegung sagt, sie habe das einem reichen Amerikaner zu verdanken: Trump.

Die Befürworter der Trennung der Provinz von Kanada haben den provokanten Annexionsvorschlag des ehemaligen amerikanischen Präsidenten im vergangenen Jahr als „Chance“ bezeichnet. Separatisten sehen in ihm einen mächtigen Verbündeten, der die liberale Politik herausfordern und die Ölförderung wiederbeleben kann.

Gegner hingegen sehen darin einen Versuch, die Nation zu zerfallen. Die Möglichkeit einer Sezession gilt derzeit als unwahrscheinlich, doch eine Spaltung in der kanadischen Gesellschaft ist bereits erkennbar. Und es bleibt abzuwarten, was Trump tun wird.

Die Aussicht auf eine Abspaltung von Alberta beunruhigt Kanada. Die westliche Provinz ist ein Rohstoffkraftwerk und beherbergt den größten Teil des kanadischen Rohöls. Nur Saudi-Arabien und Venezuela verfügen über größere Reserven. Beamte der Trump-Regierung haben mehrmals separatistische Führer aus Alberta in Washington empfangen, um über Energie und Handel zu diskutieren.

Steve Bannon, der berühmte Stratege des Präsidenten, hat die Debatte über die Unabhängigkeit angeheizt, während Finanzminister Scott Bessent kürzlich den Schritt unterstützte und erklärte: „Die Menschen wollen Souveränität.“

Mitch Sylvestre, der das Referendum initiierte, zeigte sich nach einem Treffen mit Beamten des US-Außenministeriums beeindruckt: „Ich glaube, sie würden ein freies und unabhängiges Alberta begrüßen.“

Laut Sylvestre würde Washington die kanadische Region nicht zum 51. Bundesstaat machen, sondern Handelsbörsen entwickeln. Trump selbst hat sich bisher nicht zur Abspaltung Albertas geäußert.

Ein Beamter des Weißen Hauses antwortete auf Fragen des Wall Street Journals mit den Worten: „Mitglieder der Regierung treffen sich mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen. Es wurde keine Unterstützung zum Ausdruck gebracht und es wurden keine Zusagen gemacht.“

Aber der Moment, in dem Trump es schaffen kann, den kanadischen Premierminister Mark Carney in Schwierigkeiten zu bringen, ist möglicherweise nicht mehr fern.

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