Warum gilt Kurkuma als „goldenes Gewürz“?

Warum gilt Kurkuma als „goldenes Gewürz“?


Sowohl im Küchenregal als auch im Apothekenregal hat Kurkuma schon lange einen besonderen Platz eingenommen. Wie Knoblauch und Ingwer wird es nicht nur wegen seines charakteristischen Geschmacks geschätzt, sondern auch als natürliches „Medizin“ und ist daher in vielen Wellnessprodukten enthalten.

Seit mehr als 4.000 Jahren nutzen Menschen Kurkuma auf vielfältige Weise. Seit Jahrhunderten ist es ein Grundpfeiler der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin, die das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele betont.

Traditionell wird es zur Stärkung von Gelenken und Knochen, zur Linderung von Verdauungsproblemen und zur Verbesserung der Haut eingesetzt, doch die moderne Wissenschaft legt nahe, dass diese alten Praktiken eine wissenschaftliche Grundlage haben.

Warum ist Kurkuma so kraftvoll?

Seine kräftige Farbe verdankt es Curcumin, dem Hauptwirkstoff, der weithin für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften bekannt ist. Antioxidantien helfen, freie Radikale zu neutralisieren, die Zellen schädigen und mit Krankheiten in Verbindung gebracht werden, die von vorzeitiger Alterung bis hin zu Demenz reichen.

Allerdings ist Curcumin nicht der einzige nützliche Inhaltsstoff in Kurkuma. Die Wurzel enthält außerdem ätherische Öle, sogenannte Turmerone, die helfen, Entzündungen zu reduzieren, oxidativen Stress zu bekämpfen und Nervenzellen zu schützen.

So konsumieren Sie Kurkuma für den größtmöglichen Nutzen

Kurkuma kann in vielen Formen verzehrt werden: als frische Wurzel, Pulver, Kapseln, Saft, Tee usw. Ein traditionelles Rezept, das in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, ist Haldi Doodh („goldene Milch“), das Kurkuma mit Milch und warmen Gewürzen wie schwarzem Pfeffer kombiniert.

Letzteres erhöht die Aufnahme von Curcumin deutlich: Allein verzehrt wird es nur sehr wenig vom Körper aufgenommen, während in Kombination mit Piperin die Aufnahme um bis zu 2.000 % steigen kann.

Wenn Sie zu Hause mit frischer Kurkuma kochen, raten Experten, sehr hohe Temperaturen oder längeres Kochen zu vermeiden, da diese den Gehalt an Antioxidantien senken und nützliche ätherische Öle entfernen.

Nahrungsergänzungsmittel: nützlich oder schädlich?

Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit, da sie praktisch und präzise dosierbar sind und oft mit Zutaten wie Ingwer und schwarzem Pfeffer kombiniert werden, um die Aufnahme zu verbessern. Allerdings warnen Ärzte, dass sie in hohen Dosen nicht ungefährlich seien.

Verschiedene Studien haben in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg der Fälle von Leberschäden im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmitteln gezeigt. Eine zu große Einnahme kann außerdem zu Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Reaktionen führen.

Wer sollte Kurkuma meiden?

Bevor Sie Kurkuma-Ergänzungsmittel zu Ihrer Routine hinzufügen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren. Kurkuma kann als Blutverdünner wirken, negativ mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern interagieren und das Blutungsrisiko erhöhen. Aus diesem Grund wird davon auch vor chirurgischen Eingriffen abgeraten.

Menschen mit Gallensteinen, verstopften Gallenwegen, Lebererkrankungen oder Diabetes sollten Vorsicht walten lassen, da Kurkuma die Symptome verschlimmern oder den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann. Auch schwangeren und stillenden Frauen wird empfohlen, auf Nahrungsergänzungsmittel zu verzichten.

Der Ruf von Kurkuma als „goldenes Gewürz“ ist berechtigt. Wenn es in Maßen und in angemessenen Mengen konsumiert wird, kann es erhebliche gesundheitliche Vorteile bieten, die sowohl durch jahrhundertealte traditionelle Verwendung als auch durch moderne wissenschaftliche Forschung gestützt werden.

Allerdings sind medizinische Maßnahmen und Beratung von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass der Nutzen tatsächlich und nicht schädlich ist.

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