Bundeskanzler Olaf Scholz hat an diesem Mittwoch Finanzminister Christian Lindner entlassen.
Die Entscheidung fällt nach mehrwöchigen Auseinandersetzungen zwischen Scholz‘ sozialdemokratischen Koalitionsparteien und Lindners Freien Demokraten und den Grünen.
Medienberichten zufolge hat diese Ursache die Krise der deutschen Regierung weiter verschärft.
„Die Entscheidung von Schopz fiel im Rahmen eines Treffens hochrangiger Vertreter der drei ideologisch unterschiedlichen Regierungsparteien“, sagte Scholz‘ Sprecher Steffen Hebestreit.
Lindner hatte umfassende Reformen vorgeschlagen, um die angeschlagene deutsche Wirtschaft anzukurbeln, was die beiden anderen Parteien ablehnten. Er hatte wiederholt vor einem „Herbst der Entscheidungen“ gewarnt, als schwierige Haushaltsverhandlungen bevorstanden.
Vizekanzler Robert Habeck von den Grünen hatte gewarnt, die US-Präsidentschaftswahl, die Wirtschaftsprobleme Deutschlands sowie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten machten dies zum „schlimmsten Zeitpunkt für Regierungsversagen“.
Die Bild-Tageszeitung berichtete, er habe den anderen Parteien am Mittwoch mitgeteilt, dass die Gespräche der letzten Tage gezeigt hätten, dass es in der Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht genügend Gemeinsamkeiten gebe.
Lindner hatte argumentiert, dass Donald Trumps Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl eine wirtschaftliche Wende noch dringlicher gemacht habe. Die Zeitung fügte hinzu, Lindner habe den Parteien vorgeschlagen, Anfang 2025 Neuwahlen auszurufen, Scholz habe den Vorschlag jedoch abgelehnt.
Im Falle einer Bestätigung würde dies darauf hindeuten, dass die Sozialdemokraten und die Grünen versuchen werden, als Minderheitsregierung bis zu den für September 2025 geplanten Wahlen an der Macht zu bleiben.
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