Wie Stress vor einer Operation die Schmerzen verstärkt und die Genesung verlängert

Wie Stress vor einer Operation die Schmerzen verstärkt und die Genesung verlängert


Eine neue Studie legt nahe, dass Stressabbau vor einer Operation eine Schlüsselrolle für eine schnellere und weniger schmerzhafte Genesung spielen könnte.

Laut der in der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift Anesthesiology veröffentlichten Studie verspüren Patienten, die vor der Operation unter Stress leiden, nach dem Eingriff eher stärkere Schmerzen und bleiben länger im Krankenhaus. Forscher weisen darauf hin, dass selbst geringfügiger Stress die Heilung negativ beeinflussen kann.

An der Untersuchung nahmen 132 Patienten teil, die sich auf eine größere Operation vorbereiteten und zwischen November 2022 und Februar 2024 einen dreiminütigen digitalen Fragebogen ausfüllten. Mehr als 40 % von ihnen gaben an, mäßig bis stark gestresst zu sein, vergleichbar mit dem von Patienten mit fortgeschrittenem Krebs.

Die leitende Forscherin, Dr. Leah Acker, Anästhesistin an der Duke University School of Medicine in North Carolina, sagte, dass die Beurteilung von Stress vor einer Operation medizinischen Teams dabei helfen könne, die Kommunikation anzupassen und einfache Interventionen zur Linderung anzubieten.

Die häufigsten Sorgen der Patienten beziehen sich auf Schlaf, Appetit, Kommunikation mit dem Gesundheitspersonal und familiäre Verpflichtungen. In offenen Kommentaren erwähnten die Patienten auch finanzielle Probleme, Verlust der Unabhängigkeit, Reparaturen am Haus und Unsicherheit über die Zukunft.

Die Studie ergab, dass die Anzahl der Stressfaktoren einen größeren Einfluss hatte als die Intensität des Stresses. Mit jeder zusätzlichen Belastung erhöhte sich das Risiko eines postoperativen Delirs um 19 %. Delir, ein plötzlicher Verwirrtheitszustand, gilt als eine der schwerwiegendsten postoperativen Komplikationen bei älteren Menschen und ist mit einem erhöhten Risiko einer langfristigen Demenz verbunden.

Den Forschern zufolge sind „überlastete“ Patienten häufig erschöpft, wenn sie versuchen, ihre Bedenken vor der Operation auszuräumen, was sich auf ihren Schlaf und damit auf ihr Schmerzempfinden auswirkt.

Dr. Acker betonte, dass künftige Studien darauf abzielen werden, die spezifischen Stressquellen zu identifizieren, die die chirurgischen Ergebnisse am meisten beeinflussen, und zu prüfen, ob Interventionen zur Stressbewältigung vor dem Tag der Operation die Gesundheit der Patienten verbessern können.

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