Laut einer neuen Studie ist die Wahrscheinlichkeit einer Untreue bei den Berühmtesten deutlich höher.
Psychologen der Reichman-Universität in Herzliya, Israel, und der Universität Rochester führten eine Reihe von Experimenten durch und fanden heraus, dass Machtdynamiken eine wichtige Rolle dabei spielen, wie Menschen sich fühlen und verhalten, wenn es darum geht, ihren Ehepartnern oder wichtigen anderen Menschen treu zu sein.
Warum? Frühere Studien haben gezeigt, dass das Gefühl, berühmt zu sein und wahrgenommen zu werden, dazu führen kann, dass sich Menschen selbstbewusster und gerechter fühlen – und wahrscheinlich impulsiver handeln. Frühere Studien haben gezeigt, dass diejenigen, die über ein relativ größeres Maß an Macht verfügen, ein größeres Potenzial haben, eine andere Person zu beeinflussen, zu verändern oder zu kontrollieren oder, umgekehrt, den Versuchen einer anderen Person, sie zu beeinflussen, zu widerstehen.
Die neue Studie ergänzt die bestehende Forschung, indem sie sie speziell auf intime Beziehungen anwendet und herausfindet, dass diejenigen, die sich mächtiger fühlen, weniger von anderen abhängig sind, mehr an sich selbst denken und sicherer sind als andere, die sie für begehrenswert halten.
„In einer romantischen Beziehung können diese Machtdynamiken dazu führen, dass der stärkere Partner glaubt, er bringe mehr mit als der weniger mächtige Partner“, sagt Hauptautor Gurit Birnbaum, Professor für Psychologie an der Reichman University.
„Die Mächtigeren könnten dies als Zeichen dafür sehen, dass sie außerhalb der Beziehung mehr Möglichkeiten haben und insgesamt begehrenswertere Partner sind.“
Die Forscher führten eine Reihe von vier Studien durch, um zu testen, wie sich die Wahrnehmung der Beziehungsstärke auf das Interesse einer Person an alternativen Partnern auswirkt. Sie rekrutierten Teilnehmer, die seit mindestens vier Monaten in monogamen, heterosexuellen Beziehungen lebten.
In der ersten Studie wurden die Teilnehmer als eine Form der Machtmanipulation gebeten, entweder eine Zeit zu beschreiben, in der sie sich gegenüber ihrem aktuellen Partner mächtig fühlten, oder einen typischen Tag in ihrer Beziehung. Anschließend schreiben sie eine sexuelle Fantasie über jemand anderen als ihren Partner.
In der zweiten Studie, die der gleichen Machtmanipulation folgte, sahen sich die Teilnehmer Fotos von Fremden an und entschieden unter Zeitdruck, wen sie, wenn überhaupt, als potenzielle Partner in Betracht ziehen würden.
In der dritten Studie beschrieben die Teilnehmer die Machtdynamik in ihrer bestehenden Liebesbeziehung und bewerteten die wahrgenommene Macht und den Wert ihres Ehepartners im Vergleich zu denen ihres Partners. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, eine Aufgabe mit einer attraktiven Person zu lösen, die der Insider der Studie war, und dann ihr sexuelles Verlangen nach dem Insider zu bewerten.
In der vierten Studie berichteten beide Partner in einer Beziehung drei Wochen lang jeden Tag getrennt über die wahrgenommene Stärke ihrer Beziehung, ihren wahrgenommenen Wert als Partner und jede sexuelle Aktivität – einschließlich sexueller Fantasien, Flirten oder Sex – mit jemand anderem als ihr Partner.
In allen vier Studien stellte das Team fest, dass die Wahrnehmung von Macht innerhalb einer Beziehung das Interesse einer Person an anderen potenziellen Partnern signifikant vorhersagte – einschließlich sexueller Fantasien, Wünsche und Interaktionen im wirklichen Leben.
Das heißt, Menschen, die das Gefühl hatten, mehr Macht in ihrer Beziehung zu haben, waren mehr an anderen als potenziellen Partnern interessiert.
„Menschen mit einem höheren Machtgefühl fühlen sich möglicherweise motiviert, ihr Beziehungsengagement zu missachten und dem Wunsch nach kurzfristigen Affären oder möglicherweise anderen jüngeren Partnern nachzukommen, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, sagt Co-Autor Harry Reis, Professor an der Universität. der Abteilung für Psychologie in Rochester. Menschen, die sich in ihrer Beziehung stärker fühlen, neigen dazu, ihren Wert als Partner höher einzuschätzen als den Wert ihres Partners, was destruktiv sein kann.
„Wenn Menschen sich mächtig fühlen und glauben, dass sie mehr Beziehungsmöglichkeiten haben als ihr aktueller Partner, neigen sie möglicherweise eher dazu, anderen potenziell vielversprechenden Alternativen Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt Reis.
„Der Glaube, dass es andere Optionen gibt, beispielsweise andere potenzielle Partner, kann ihr Engagement für ihre aktuelle Beziehung schwächen.“ Die Forschung wurde von der Israel Science Foundation und der Binational Science Foundation unterstützt.
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