Der Direktor der Europaabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF), Alfred Kammer, lobte in seiner Rede am Europakolleg in Tirana den Weg Albaniens und des Westbalkans in Richtung Europäische Union und nannte die Integration „eine historische Chance für Entwicklung und tiefgreifende Reformen“.
„Albaniens Geschichte der letzten drei Jahrzehnte ist eine Geschichte des Wandels – vom Übergang und den Reformen bis hin zum Wiederaufbau, nachhaltigem Wachstum und Modernisierung“, sagte Kammer und fügte hinzu, dass das Land „mit einem durchschnittlichen Wachstum von über 4 Prozent pro Jahr zu den erfolgreichsten in der Region gehört.“
Ihm zufolge ist die Mitgliedschaft in der Europäischen Union nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern „ein Prozess im Zusammenhang mit gemeinsamen Werten, der Stärkung der Institutionen und dem Engagement für eine gemeinsame europäische Zukunft“.
„Die EU-Mitgliedschaft ist eine historische Chance. Die Erfahrungen früherer Erweiterungen zeigen, dass neue Mitgliedsländer innerhalb von 15 Jahren nach der Mitgliedschaft rund 30 Prozent ihres Pro-Kopf-Einkommens zugelegt haben“, sagte Kammer und betonte, dass „ähnliche Zuwächse den Einkommensunterschied zur EU innerhalb einer Generation halbieren könnten.“
Er warnte jedoch davor, dass diese Fortschritte nicht automatisch eintreten und tiefgreifende Strukturreformen erfordern, insbesondere in den Bereichen Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Geschäftsklima.
„Eine schwache Regierungsführung bleibt eines der größten Hindernisse für die Geschäftsentwicklung in der Region. Ihre Verbesserung wird nicht nur das Vertrauen der Investoren stärken, sondern auch die Abwanderung talentierter junger Menschen verringern“, betonte Kammer.
Abschließend betonte er, dass gute Reformen mehr als nur wirtschaftliche Instrumente seien – sie schaffen Vertrauen und garantieren langfristigen Erfolg.
„Über die Wirtschaft hinaus schaffen diese Reformen Vertrauen – die Grundlage jeder erfolgreichen Gesellschaft“, schlussfolgerte Kammer in seiner Rede in Tirana.
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