„Albanien muss die nach wie vor relativ schwache Finanzpolitik überprüfen“! Dies ist die Einschätzung der Weltbank im Bericht über die Finanzpolitik des Jahres 2025, in der sie feststellt, dass sich das jährliche Wachstum beim derzeitigen Tempo der Reformen langfristig verlangsamen und bis 2050 nur noch 1,5 Prozent erreichen wird, was auf einen Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, eine schwache Produktivität und ein zunehmendes Humankapital zurückzuführen ist.
„Im Kontext der makroökonomischen Stabilität sollte die Finanzpolitik sicherstellen, dass Ressourcen in vorrangige Bereiche gelenkt werden, Einnahmen effektiver eingenommen werden und angesichts wachsender Risiken angemessene Reserven vorgehalten werden. Kurzfristig sollten zu den Prioritäten die Verbesserung der Steuererhebung und die Erhöhung der Zuweisungen an Humankapitalsektoren gehören“, heißt es in dem Bericht.
Bei der Bewertung der Fortschritte beim Wirtschaftswachstum in diesem Jahrzehnt stellt die Weltbank fest, dass Albanien noch einen weiten Weg vor sich hat, um das Einkommensniveau der Europäischen Union zu erreichen, und betont daher die Notwendigkeit einer höheren und effizienteren Erhebung öffentlicher Einnahmen sowie einer Verbesserung der Ausgabenqualität.
Nach Angaben der Weltbank hat sich Albanien im Energie- und Verkehrssektor verbessert, einen nahezu universellen Zugang zum Stromsektor erreicht und erhebliche Investitionen in Wasserkraft und erneuerbare Energien getätigt.
Der Bericht betont außerdem, dass erhebliche Investitionen in die Infrastruktur getätigt wurden, sodass fast 6 % des Bruttoinlandsprodukts für öffentliche Investitionen aufgewendet wurden, das Verkehrsnetz jedoch weiterhin Probleme bereitet.
„Straßen zeichnen sich durch schlechten Zustand, Verkehrsstaus und Umweltverschmutzung aus, während der Schienen- und Seeverkehr weiterhin durch alternde Infrastruktur beeinträchtigt wird. Durch die Abschaffung ineffizienter Infrastrukturausgaben könnte sich der Infrastrukturindex insgesamt um 18,6 Prozent verbessern.“
Darüber hinaus beleuchtet der Bericht auch die Problematik im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels. Der Verkehrs- und Energiesektor gilt als stark klimagefährdet, während die Finanzierung für Katastrophenmanagement und Umweltschutz weiterhin unzureichend ist. Ein weiteres Problem sind dem Bericht zufolge die Rentenausgaben, die zu den niedrigsten in Europa gehören.
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