Die Ausgabenstruktur albanischer Familien hat sich im Zeitraum 2020–2025 erheblich verändert, was die zunehmende finanzielle Unsicherheit und die Umstellung des Lebensstils hin zu digitalen Diensten und den notwendigsten Ausgaben widerspiegelt.
Anfang dieses Jahres hat INSTAT die Art und Weise, wie es die Inflation misst, aktualisiert. Neue Daten zeigen, dass die Bürger ihre Prioritäten allmählich vom Konsum sekundärer Güter und Dienstleistungen auf finanzielle Sicherheit und grundlegende Dienstleistungen verlagern. Die Neuerung ist die Aufnahme der „Finanzversicherung“ als neue Ausgabenkategorie, die 1,5 % der gesamten monatlichen Ausgaben von Familien ausmacht. Diese Kategorie war bisher nicht in den Basismessgruppen enthalten. Dieser Trend hängt mit dem gestiegenen Bewusstsein für wirtschaftliche Risiken, Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und dem wachsenden Interesse an schützenden Finanzprodukten wie Lebensversicherungen, Krankenversicherungen oder Sparprodukten zusammen.
Einen spürbaren Anstieg verzeichneten auch die Ausgaben für Kommunikation, die von 3,0 im Jahr 2020 auf 3,6 im Jahr 2025 bzw. um 0,6 Prozentpunkte stiegen. Die Ausweitung der Nutzung des Internets, von Online-Diensten, digitalen Plattformen und Kommunikationspaketen hat das Gewicht dieser Kategorie im Familienbudget erhöht.
Der stärkste Rückgang war hingegen bei Körperpflege- und verwandten Gütern zu verzeichnen, die von 5,6 auf 4,5 bzw. um 1,1 Punkte zurückgingen. Dies deutet auf eine Reduzierung der Ausgaben für nicht lebensnotwendige Produkte und Dienstleistungen hin, was auf eine stärkere Konzentration auf Kernausgaben zurückzuführen ist.
Auch die Ausgaben für Möbel und Haushaltsgeräte sinken von 7,5 auf 7,0 bzw. um 0,5 Punkte, was auf eine Verlangsamung der Investitionen in langfristige Güter hindeutet. Ebenso sind die Ausgaben für Unterhaltung und Kultur von 2,3 auf 2,0 (-0,3 Punkte) sowie für Bildungsdienstleistungen von 3,4 auf 3,0 (-0,3 Punkte) gesunken, was die Rationalisierung des Konsums in Kategorien widerspiegelt, die kurzfristig nicht als notwendig erachtet werden.
Auch bei den Gesundheitsausgaben war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, von 3,5 auf 3,2 (-0,2 Punkte) sowie bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken, von 34,3 auf 34,1 (-0,2 Punkte), was eher auf die Veränderung des relativen Gewichts der Kategorien als auf einen realen Rückgang der Ausgaben in diesen Kategorien zurückzuführen ist.
Unterdessen sind die Transportkosten aufgrund der Treibstoffkosten und der erhöhten Mobilität von 6,1 auf 6,4 bzw. um 0,3 Punkte gestiegen. Einen geringeren Anstieg gab es auch in der Kategorie Miete, Wasser, Energie und Treibstoffe von 20,1 auf 20,2 (+0,1 Punkte) sowie bei alkoholischen Getränken und Tabak von 4,9 auf 5,0 (+0,1 Punkte).
Die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe verzeichneten einen leichten Rückgang von 3,9 auf 3,8 (-0,1 Punkte), während die Ausgaben für Hotels, Cafés und Restaurants unverändert auf dem Niveau von 5,7 blieben./Monitor.al/
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