„Die Reform hat sich verlangsamt“, Sadushi: Der Wille zum Start fehlt. Suchocka: Albanien, große Schritte in Sachen Gerechtigkeit

„Die Reform hat sich verlangsamt“, Sadushi: Der Wille zum Start fehlt. Suchocka: Albanien, große Schritte in Sachen Gerechtigkeit


Die Herausforderungen der neuen Justiz, die Zunahme der Zahl der Akten in den Gerichten und darüber hinaus wurden auf der Konferenz „30 Jahre Partnerschaft und Fortschritt: Albanien, der Europarat und die Venedig-Kommission“ in Tirana diskutiert.

Am zweiten Tag, an dem Vertreter der Justizinstitutionen am Tisch saßen, äußerte der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Sokol Sadushi, seine Besorgnis über die Verlangsamung der Justizreform.

„Trotz der Herausforderungen und Hindernisse bleibt ihr Wesen unverändert, denn die Reform ist nicht gescheitert. Sie wurde durch den mangelnden Willen gebremst, sie mit dem gleichen Idealismus und der gleichen Integrität umzusetzen, mit der sie aufgebaut wurde“, sagte Sadushi.

Er räumte zwar ein, dass das Vertrauen der Bürger in die Justiz gestiegen sei, betonte jedoch, dass noch Verbesserungsbedarf bestehe.

„Der Bürger strebt nicht nach perfekter Gerechtigkeit, sondern nach Gerechtigkeit, die jeden Tag gerechter zu werden versucht. Vertrauen gewinnt man nicht durch Worte, sondern durch Verhalten und Entscheidungen, die das Gesetz und die Menschenwürde schützen“, sagte Sadushi.

An den Auswertungen mangelte es jedoch nicht. Die Präsidentin der Venedig-Kommission, Hanna Suchocka, sagte, Albanien habe bei diesen Reformen Fortschritte gemacht.

„Albanien hat einen großen Schritt in Richtung einer Justizreform gemacht. Dies wurde in der Stellungnahme der Venedig-Kommission von 2016 deutlich zum Ausdruck gebracht. Und die Kommission hat den albanischen Behörden und den Experten der Sonderkommission zur Vorbereitung der Verfassungsreform für die Justiz gratuliert“, erklärte Suchocka.

Der Vorsitzende der Rechtskommission, Ulsi Manja, wies auf die Hilfe hin, die die Versammlung der Justiz geben kann, um die Zahl der Rückstandsakten zu reduzieren.

„Es liegen noch etwa 137.000 Akten vor den Türen der Justiz, die beschleunigt werden müssen. Es ist jedoch auch die Pflicht der Versammlung, diesen Institutionen eine Verschnaufpause zu verschaffen, damit sie den Zustrom bewältigen können“, sagte Manja.

Bei der Aktivität wurde Wert auf die Zusammenarbeit zwischen politischen Akteuren und Institutionen gelegt, um Harmonie im Kampf gegen Korruption zu schaffen./vizionplus.tv

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