Rama und Kurti heute in London, der Berliner Prozess findet erstmals mit Bundeskanzler Merz statt

Rama und Kurti heute in London, der Berliner Prozess findet erstmals mit Bundeskanzler Merz statt


Die Staats- und Regierungschefs des Westbalkans und der Europäischen Union treffen sich in London im Rahmen des nächsten Gipfeltreffens des Berliner Prozesses. An diesem Gipfel nehmen die Staats- und Regierungschefs Albaniens, des Kosovo, Serbiens, Montenegros, Bosnien-Herzegowinas und Nordmazedoniens sowie Vertreter der EU-Länder und Großbritanniens teil, das in diesem Jahr die Präsidentschaft des Prozesses innehat.

Zum ersten Mal nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz an diesem Format teil. Die Bundesregierung halte den Berliner Prozess für eine „Erfolgsgeschichte“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung am Vorabend des Londoner Gipfels. „Die Bundesregierung wird diesen Prozess im Rahmen ihres Engagements für den Westbalkan – eine Region von strategischer Bedeutung für Europa – fortsetzen“, heißt es in der Ankündigung.

Was wurde bisher erreicht?

Der 2014 von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufene Berliner Prozess zielt auf regionale Zusammenarbeit und die Annäherung der sechs Länder des Westbalkans an die Europäische Union durch wirtschaftliche Entwicklung, Sicherheit und Mobilität ab. Die Gipfeltreffen finden jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt statt und haben zu Vereinbarungen über die Freizügigkeit der Bürger, die Anerkennung von Abschlüssen und den grenzüberschreitenden Handel geführt. Ihre Umsetzung stieß jedoch auf zahlreiche Hindernisse.

Laut Frauke Seebass von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Brüssel hängt dies mit dem mangelnden politischen Willen zur Zusammenarbeit einiger Länder in der Region zusammen, aber auch mit der Zurückhaltung Brüssels, den Erweiterungsprozess zu beschleunigen.

Warnung des deutschen Ministers Wadephul

Der deutsche Außenminister Johann David Wadephul erklärte im Rahmen des Außenministertreffens in Belfast, dass neue Initiativen ergriffen werden müssten, um Fortschritte im EU-Erweiterungsprozess zu erzielen; im Gegenteil, seiner Meinung nach werde der Einfluss anderer Länder in der Region, insbesondere Russlands und Chinas, zunehmen. Um welche konkreten Initiativen es dabei geht, hat die Bundesregierung bisher nicht bekannt gegeben.

Laut Regierungsangaben wird die deutsche Bundeskanzlerin bei diesem Gipfel Gelegenheit haben, die Staats- und Regierungschefs der Westbalkanländer näher kennenzulernen. Der Schwerpunkt des diesjährigen Treffens liegt auf der Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und der Bekämpfung illegaler Migration./dw

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