Die albanische Wirtschaft wird gestärkt, aber beim derzeitigen Tempo könnte es fast eine Generation dauern, bis Albanien die Hälfte des Durchschnittseinkommens der Länder der Europäischen Union erreicht. Dies ist die wichtigste Erkenntnis, die im Bericht der Weltbank über die albanische Wirtschaft veröffentlicht wird, wenn auch in der Präsentation in etwas gemäßigterer Form zum Ausdruck gebracht.
„Albanien hat beeindruckende Fortschritte in Bezug auf Markt- und Wirtschaftsstabilität, Armutsbekämpfung und Reformen gemacht, die es den EU-Standards näher bringen. Es ist jedoch eine größere Konvergenz erforderlich, um die Bestrebungen der Albaner, sich in die Europäische Union zu integrieren, zu beschleunigen“, sagt Massimiliano Paolucci, Manager der WB-Gruppe in Albanien.
Finanzminister Petrit Malaj unterstützte hingegen die Empfehlungen der Weltbank und betonte, dass das Land trotz der positiven Entwicklungen der letzten Jahre noch nicht sein volles wirtschaftliches Potenzial erreicht habe.
„Albanien befindet sich in einem entscheidenden Moment. In den letzten Jahren haben wir Stabilität gezeigt und die makroökonomische Stabilität angesichts externer Schocks aufrechterhalten. Wir wissen jedoch, dass die Verwirklichung unserer langfristigen Ziele neue Anstrengungen erfordert. Unsere Herausforderung besteht nicht nur im Wirtschaftswachstum, sondern auch in der Schaffung neuer Chancen, insbesondere für junge Menschen“, erklärte der Minister.
Bei der Präsentation wurde unter anderem auch Wert auf die Verwendung des Budgets für die soziale Absicherung gelegt. Aufgrund der Alterung der Bevölkerung besteht die Gefahr, dass das derzeitige Rentensystem immer weniger nachhaltig wird. Daher empfiehlt die Weltbank weitere Änderungen, darunter eine Verlängerung des Rentenalters.
„Bis 2060 wird erwartet, dass 34 % der Albaner über dem Rentenalter sein werden, was das System unter Druck setzt. Es sind Reformen erforderlich, um die Beitragszahlerbasis zu erweitern, ein längeres Erwerbsleben zu fördern und das Rentensystem für künftige Generationen nachhaltig zu halten“, sagt Angella Montfaucon, Weltbank-Ökonomin für Albanien
Um ein langfristiges Wachstum zu gewährleisten, muss laut dem Bericht mehr in junge Menschen investiert werden, da die Ausgaben für frühe Bildung nur 0,08 % des BIP ausmachen, was zehnmal weniger ist als der OECD-Durchschnitt. Ebenso seien nur 10 % der Kinder unter 3 Jahren in öffentlichen Kindertagesstätten angemeldet, heißt es unter anderem im Bericht./vizionplus.tv
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