Die Reform des Rentensystems, das durch geringe Beitragszahler, Geburtenrückgang und Abwanderung vor Herausforderungen steht, stand im Mittelpunkt der Konferenz „Fiscal Policy Review“ der Weltbank.
„Die Entscheidungen, die Albanien heute treffen wird, werden die Zukunft zukünftiger Generationen prägen“, sagte Massimiliano Paolucci, Chef der Weltbank in Albanien.
Neben der geringen Zahl der Arbeitnehmer, für die eine Versicherung gezahlt wird, gibt die Weltbank auch die unzureichende Angabe der Löhne als Anlass zur Sorge.
„Bei der Einkommensteuer liegt Albanien im Rückstand und der Grund dafür sind einige strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft im Zusammenhang mit Informalität, Unterdeklaration und Befreiungen. Wir sehen, dass 85 % der Zahlungen für das Rentensystem Beiträge sind, der Rest stammt aus dem allgemeinen Einkommen. Dies ist eine Herausforderung im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Systems“, sagte Angella Montfaucon, leitende Ökonomin der Weltbankgruppe für Albanien.
Die Weltbank schlägt vor, mehr in Bildung zu investieren, das Humankapital zu entwickeln, die Auswanderung einzudämmen und das derzeitige Rentensystem selbst zu prüfen.
„Die Deckung ist relativ gut, aber die ausreichende Deckung ist sehr gering. Was die Zukunftsprognosen anbelangt, wird sich die Lage noch verschlimmern, vor allem angesichts des Migrationsaspekts. Das Defizit im Rentensystem wird sich verschärfen, um sicherzustellen, dass wir in junge Menschen investieren, die erwachsen werden und ihr volles Potenzial entfalten, und ihren Eltern, die Kinder haben, die Möglichkeit bieten, auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren“, sagte Montfaucon.
Diese Herausforderungen, sagte Finanzminister Petrit Malaj, seien auch eine Priorität der albanischen Regierung, und es würden Investitionen in sie gelenkt.
„Der Finanzrahmen, den wir heute schaffen, wird für mehrere Jahrzehnte über die Zukunft Albaniens entscheiden. Er wird unsere Fähigkeit bestimmen, in Humanressourcen zu investieren, wettbewerbsfähige Unternehmen zu unterstützen, eine starke Infrastruktur aufzubauen und menschenwürdige Renten zu garantieren“, sagte Finanzminister Petrit Malaj.
Abgesehen von diesen Herausforderungen ist die albanische Wirtschaft nach Angaben der Weltbank weiterhin gewachsen, vor allem durch Tourismus und Baugewerbe.
Join The Discussion