Die moldauische Polizei sagte am Freitag, sie habe etwa 50 Razzien an mehreren Orten im Land durchgeführt und dabei Hinweise darauf gefunden, dass eine organisierte Gruppe – die zuvor in einem Lager in Serbien ausgebildet worden war – vorhatte, Unruhen in Moldawien zu stiften.
„Die organisierte Gruppe handelte angeblich mit der Absicht, in großem Umfang illegale Aktivitäten durchzuführen und im Gegenzug einen finanziellen Gewinn zu erzielen“, heißt es in einer Erklärung der moldauischen Polizei.
In dem Kommuniqué heißt es, dass die Gruppe zuvor in einem Lager in Banja Kovilaça im Westen Serbiens trainiert hatte und dass das Ziel darin bestand, „soziale Spannungen zu erzeugen und anschließend gewalttätige Proteste zu starten, um die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der moldauischen Bürger zu beeinträchtigen“.
Am 26. September verhaftete die Polizei in Serbien zwei Personen, denen vorgeworfen wurde, taktische Kampftrainings für Bürger Moldawiens und Rumäniens organisiert zu haben, die darauf abzielten, Unruhen in Moldawien zu stiften.
Die Festnahmen erfolgten, nachdem die Behörden in Chisinau öffentlich vor der Existenz von Kampflagern in Serbien gewarnt hatten und behaupteten, diese seien vom russischen Geheimdienst organisiert worden, um Moldawien während der jüngsten Wahlen im Land zu destabilisieren.
Moskau hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.
Die Polizei in Serbien gab bekannt, dass die Schulung vom 16. Juli bis 12. September in einer Lebensmitteleinrichtung in der Nähe von Loznica im Westen Serbiens stattfand und dass zwischen 150 und 170 Bürger aus Moldawien und Rumänien daran teilnahmen.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sagte im Oktober, er könne nicht behaupten, dass der russische Geheimdienst hinter dem Lager stecke, sondern dass die Polizei Menschen serbischer Nationalität festgenommen habe, „die zur Verfügung standen“.
Die moldauische Polizei fügte am Freitag hinzu, dass sie bei der Kontrolle unter anderem Bankkarten, die teilweise von Finanzinstituten aus Russland ausgestellt wurden, über 20 biometrische Pässe mit Stempeln für den Grenzübertritt zu Serbien, Radiosender, Ferngläser und Kugeln unterschiedlichen Kalibers für tödliche und nicht tödliche Waffen beschlagnahmt habe.
Das Innenministerium und das Außenministerium Serbiens reagierten nicht sofort auf die Anfrage von Radio Free Europe nach weiteren Informationen zu diesem Fall./rel
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