Laut dem Nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel (NAP) für den Zeitraum 2026–2036 zählt die albanische Regierung den Verkehrssektor zu den Sektoren, die den Klimarisiken am stärksten ausgesetzt sind. Dabei handelt es sich um ein strategisches Dokument, das darauf abzielt, Wirtschaft und Infrastruktur vor wachsenden Klimarisiken zu schützen, bei denen der Klimawandel bereits den Druck auf die bestehende Infrastruktur erhöht.
Überschwemmungen, Erdrutsche und Erosion bedrohen Straßen und Eisenbahnen, während der Anstieg des Meeresspiegels ein Risiko für Häfen und Küstenanlagen darstellt. Hitzewellen erhöhen auch den Druck auf die veraltete Infrastruktur.
Der Straßenverkehr bleibt derzeit die dominierende Form des Personen- und Güterverkehrs in unserem Land, da das Schienennetz einen drastischen Rückgang erlitten hat und derzeit weniger als 1 % des Personenverkehrs ausmacht.
Der Plan sieht sieben vorrangige Maßnahmen für den Verkehr vor, mit geschätzten Kosten von rund 2,3 Milliarden US-Dollar oder 21 % des Gesamtbudgets, das zur Eindämmung der Klimaauswirkungen erforderlich ist. Im Mittelpunkt dieser Maßnahmen stehen regelmäßige Risikobewertungen für Straßen, der Einsatz biotechnologischer Lösungen zur Vermeidung von Überschwemmungen und Erdrutschen sowie die Entwicklung einer nachhaltigen städtischen Mobilität.
Ziel des Plans ist nicht nur der Schutz vor Klimarisiken, sondern auch die Schaffung eines modernen Verkehrssystems und einer nachhaltigeren Wirtschaftsentwicklung. Es sind Investitionen in eine klimaresistente Infrastruktur erforderlich, von denen erwartet wird, dass sie die Sicherheit erhöhen, die Konnektivität verbessern und das Wirtschaftswachstum langfristig unterstützen.
Im Jahr 2021 waren nur 224 Kilometer der Eisenbahn in Betrieb, mit eingeschränktem Service und niedrigen Geschwindigkeiten. Neue Projekte wie die Strecke Tirana-Durres mit Anbindung an den Flughafen und die vorgeschlagenen Projekte in Richtung Kosovo und Griechenland zielen jedoch darauf ab, dieses Netzwerk wiederzubeleben und einen emissionsarmen Verkehr zu entwickeln.
Der Seeverkehr bleibt für den Handel von entscheidender Bedeutung, da er etwa 70 % der Exporte und über die Hälfte der Importe ausmacht. Der Hafen von Durrës verarbeitet 92 % der Güter des Landes, während die Häfen von Vlora, Shengjin und Saranda weiterhin strategische Punkte für die weitere Entwicklung des Sektors bleiben.
Da Albanien jedoch bereits über einen Plan zum Schutz vor Klimarisiken verfügt, weisen internationale Institutionen darauf hin, dass unser Land große Probleme bei der Umsetzung von Strategien und Plänen in die Praxis hat.
Mit diesem Plan will Albanien nationale Prioritäten mit den globalen Zielen der Anpassung an den Klimawandel in Einklang bringen, und zwar in einer Zeit, in der der Klimadruck auf Wirtschaft und Infrastruktur immer deutlicher sichtbar wird./ Aus Monitor.al
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