Energiekrise: Brüssel ruft zur Zusammenarbeit auf

Energiekrise: Brüssel ruft zur Zusammenarbeit auf


Um die Energiekrise besser bewältigen zu können, sollten die EU-Länder enger zusammenarbeiten. Es wird erwartet, dass die Kernkraft eine größere Rolle spielen wird.

Die Europäische Union spürt die Folgen des Krieges im Iran deutlich. Nach Angaben der Europäischen Kommission sind die Kosten für den Import fossiler Brennstoffe seit Beginn des Konflikts um rund 24 Milliarden Euro gestiegen. Einige Mitgliedstaaten haben daher bereits Maßnahmen ergriffen, um Verbraucher und Unternehmen zu entlasten. Während bisher jedes Land eigenständig agierte, will die Europäische Kommission diesen Prozess nun besser koordinieren und hat eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen die Mitgliedstaaten den Anstieg der Öl- und Gaspreise bewältigen können.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte: „Wir müssen den Übergang zu heimischen und sauberen Energien beschleunigen“, damit die Mitgliedstaaten künftig „geopolitischen Stürmen“ besser standhalten können.

Die Kommission betonte außerdem, dass EU-Länder, die bereits mehr erneuerbare Energien oder Kernenergie nutzen und über „flexiblere Netze mit ausreichender Kapazität und Speichermöglichkeiten“ verfügen, weniger von der aktuellen Energiekrise und starken Preisschwankungen betroffen seien.

Es wird erwartet, dass die Kernkraft eine größere Rolle spielen wird
In einem neuen strategischen Dokument wird die Kernenergie als „wichtiger Baustein“ zur Vermeidung von CO₂-Emissionen angesehen. Mini-Atomkraftwerke und die „Vermeidung einer vorzeitigen Stilllegung bestehender Kernkapazitäten“ können dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Darüber hinaus empfiehlt die Europäische Kommission Steuererleichterungen für die Installation von Wärmepumpen und Solaranlagen sowie für den Kauf von Elektroautos.

Dem Dokument zufolge will Brüssel auch die Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern, beispielsweise bei der Auffüllung von Gaslagerstätten, der Bereitstellung von Ölreserven und der Verabschiedung nationaler Notfallmaßnahmen.

Überwachung der Treibstoffreserven
Darüber hinaus plant die Europäische Kommission die Einrichtung eines Zentrums, das die Versorgung und Reserven an Kraftstoffen in den 27 Ländern der EU überwachen soll. Konkret schlägt die Kommission unter anderem eine Koordinierung der Befüllung der Gasvorkommen in den Mitgliedsstaaten vor, um unmittelbare Preiserhöhungen durch große gleichzeitige Käufe zu vermeiden. Außerdem soll die Verteilung von Kerosin zwischen den EU-Ländern optimiert werden, um Engpässen im Flugverkehr vorzubeugen./DW

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