Die durchschnittliche Wohnungsmiete in Tirana liegt im Jahr 2026 bei 721 Euro pro Monat, was den Wohnungsbau zu einer der größten finanziellen Herausforderungen für Bürger und Familien macht.
Gemäß den internationalen Standards zur Erschwinglichkeit von Wohnraum sollte eine Familie oder Einzelperson nicht mehr als 30 % ihres monatlichen Einkommens für die Miete ausgeben. Bei Überschreitung dieses Prozentsatzes geht man davon aus, dass die Familie finanzielle Schwierigkeiten hat, die Wohnkosten zu decken.
Noch schlimmer wird die Situation bei der Berechnung des Nettoeinkommens. Bei einem durchschnittlichen Nettogehalt von rund 740 Euro pro Monat verschlingt die durchschnittliche Miete etwa 97 % des Einkommens, sodass Wohnraum für einen Durchschnittsverdiener nahezu unbezahlbar ist.
Selbst Familien mit zwei Angestellten haben Schwierigkeiten. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind muss bei einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von rund 182.000 ALL pro Monat rund 39 % des Budgets für die Miete ausgeben. Berechnet man den Jahresüberschuss, beträgt dieser Anteil ca. 49 %.
Zusätzlich zu den hohen Wohnkosten geben albanische Familien weiterhin einen erheblichen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Den neuesten Daten zufolge machen Lebensmittel und alkoholfreie Getränke etwa 40 % der monatlichen Familienausgaben aus, ein Wert, der weit über dem Durchschnitt der Europäischen Union liegt.
Im Jahr 2024 gaben albanische Familien durchschnittlich 93.000 ALL pro Monat für Konsum aus. Davon wurden ALLE 36.900 für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verwendet.
Unterdessen bleiben die Mietpreise in Tirana weiterhin hoch, insbesondere in den begehrtesten Gegenden in der Nähe des Zentrums. Wohnungen der 1+1-Typologie werden in diesen Gebieten zwischen 600 und 900 Euro pro Monat vermietet, während in den Vororten die Preise normalerweise zwischen 400 und 500 Euro schwanken.
In einigen Teilen der Hauptstadt ist im Jahr 2026 ein weiterer Anstieg der Mieten zu verzeichnen. In der Nähe des „Dinamo“-Stadions liegen die Mieten für 1+1-Wohnungen zwischen 500 und 1.000 Euro pro Monat, während in der Nähe des Stausees die Höchstpreise bis zu 1.500 Euro erreicht haben. Im Bereich der Pariser Gemeinde und der Kosovar-Straße werden ähnliche Wohnungen für bis zu 900 Euro pro Monat angeboten.
Marktexperten gehen davon aus, dass der Preisanstieg nicht nur mit der hohen Nachfrage nach Wohnraum zusammenhängt, sondern auch mit der Ausweitung der Kurzzeitvermietung für Touristen. Dadurch ist die Zahl der zur Langzeitmiete verfügbaren Wohnungen zurückgegangen und der Druck auf den Markt erhöht.
Allein in Tirana ist die Zahl der zur Kurzzeitmiete angebotenen Wohnungen von etwa 1.000 Einheiten im Jahr 2021 auf etwa 5.200 Einheiten im Jahr 2025 gestiegen. Auf nationaler Ebene hat die Zahl der über Kurzzeitmietplattformen angebotenen Wohnungen über 26.000 Einheiten erreicht, was einem Anstieg von etwa 25 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Ein weiterer Faktor, der die Mietpreise beeinflusst hat, ist der kontinuierliche Anstieg der Preise für zum Verkauf stehende Wohnungen, insbesondere in den Gebieten nahe dem Zentrum von Tirana.
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