Die Soziologin Eva Sinanaj, die an diesem Donnerstag zu „Quo Vadis“ der Moderatorin Pranvera Borakaj auf Vizion Plus eingeladen wurde, bezeichnete die Situation, in der die albanische Gesellschaft nach der Veröffentlichung des Videos in Fier, in dem drei Teenager Gleichaltrige vergewaltigen, als alarmierend.
Sinanaj sagte, dass dieses Video zeige, dass diese Mädchen etwas von ihrer Menschlichkeit verloren hätten, und fügte hinzu, dass junge Menschen heute kein Einfühlungsvermögen kennen.
Auszüge aus dem Gespräch:
Boracay: Eva, was passiert in der Psychologie dieser Minderjährigen?
Sinai: Die Gewalt liegt in diesem Fall in der Gruppe und zeigt einen deutlichen Mangel an Empathie unter Gleichaltrigen. Wir in der albanischen Gesellschaft erwähnen diesen Teil der Empathie oft, aber es scheint, als würden wir ihn nur erwähnen.
Boracay: Ist diese neue Generation weniger einfühlsam?
Sinai: Sie wissen nicht, was Empathie ist. Empathie wird einem Menschen nicht angeboren, sondern in der Familie und in Bildungseinrichtungen erlernt. Ein empathisches Kind gibt es dann an seine Freunde weiter. Ich sage, dass der vorliegende Fall viele Variablen aufweist und dass die Tatsache, dass er nicht rechtzeitig geprüft wurde, besorgniserregend ist. Diese Minderjährigen gingen nach der Tat spazieren. Sie gingen, tranken Kaffee, gingen zum Unterricht, als wäre nichts passiert.
Boracay: Was wollen sie zeigen, wenn sie das Video veröffentlichen?
Sinai: Es ist eine Frage der Dominanz. In dem Moment, in dem Gewalt normalisiert wird, können wir sagen, dass diese jungen Männer und Frauen ihre menschliche Sensibilität verloren haben. Ich habe oft gehört, dass es solche Fälle schon einmal gab, aber es waren spontane Konflikte, die nicht gut strukturiert und dokumentiert waren.
Join The Discussion