Sicherheitskrise, Iran schlägt inländische Verräter vor

Sicherheitskrise, Iran schlägt inländische Verräter vor


Der iranische Justizchef Mohsen Ejei hat deutlich gemacht, dass Spione und Verräter unter Kriegsrecht verurteilt werden und dabei Maßnahmen anwenden, die seiner Meinung nach durch das Kriegsstadium gerechtfertigt sind. Damit einher gingen zahlreiche Verhaftungen und Hinrichtungen als harte und abschreckende Botschaft an Andersdenkende oder Personen, die im Verdacht stehen, mit der Achse USA-Israel zusammenzuarbeiten.

Zuletzt führte ein Gerichtsurteil zur Hinrichtung von Mehdi Farid, einem Mitglied der Nationalen Atombehörde Irans. Er wurde 2023 verhaftet und zunächst zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, doch dann wurde seine Strafe in Hinrichtung umgewandelt. Nach Angaben der Justizbehörden wurde ihm vorgeworfen, mit dem israelischen Geheimdienst Mossad zusammenzuarbeiten, Informationen weiterzugeben und digitale Systeme zu infizieren.

Dies sind einige der häufigsten Anklagen gegen Personen, die vor und während des Konflikts festgenommen wurden.

Am 20. April wurden zwei Mitglieder der internen Oppositionsgruppe Mujahedin-e Khalq hingerichtet. Unterdessen wurden im August-Oktober-Zeitraum auch ein Techniker und ein Wissenschaftler aus dem Nuklearsektor hingerichtet, die im Verdacht standen, mit dem „Feind“ zusammenzuarbeiten.

Nach Angaben der Behörden stehen diese Hinrichtungen und Festnahmen im Zusammenhang mit der Reaktion auf die Infiltrationen rivalisierender Geheimdienste. Während der Krise im Juni und der Operation Epic Fury soll es ausländischen Diensten, darunter israelischen und amerikanischen, gelungen sein, in hohe Ebenen des iranischen Systems einzudringen. Die Eliminierung von Wissenschaftlern, die an Forschungsprogrammen beteiligt waren, und die Tötung mehrerer Militärangehöriger gelten als schwere, aber nicht entscheidende Schläge für das Regime.

Aus diesem Grund haben die Sicherheitsapparate die Verfolgung von Infiltrationsverdächtigen intensiviert, nach Mitarbeitern ausländischer Dienste gesucht und den Schutz strategischer Einrichtungen erhöht.

Nach Analyse der Behörden dient diese harte Linie nicht nur der Reaktion, sondern auch der Eindämmung interner Kritik. In der Vergangenheit haben gezielte Tötungen wie die des renommierten Wissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh eine Debatte über Sicherheitsmängel und das Eindringen des Mossad in iranische Strukturen ausgelöst.

Eine weitere Repressionsfront war die interne Opposition, zu der sowohl unorganisierte Demonstranten als auch politische Gruppen gehören. Die Gerichte haben Personen verfolgt, die an den Protesten im letzten Winter beteiligt waren und denen Gewalt und Angriffe auf staatliche Institutionen vorgeworfen wurden. Außerdem gab es heftige Kampagnen gegen ethnische Minderheiten wie Kurden und Araber, die im Verdacht standen, mit ausländischen Diensten zu kollaborieren.

Kürzlich gab die Agentur Fars die Zerstörung eines Netzwerks in den Provinzen Kurdistan und Kermanschah bekannt und die Verhaftung von über 250 Personen, die als „Konterrevolutionäre“ bezeichnet werden und im Verdacht stehen, Aktionspläne mit Unterstützung der USA und Israels zu planen. Ähnliche Operationen wurden auch in der Region Khuzestan durchgeführt, wo arabische Separatistengruppen operieren.

Berichten zufolge dient diese Repressionswelle sowohl als Warnung, als Strafe für Aufstände und als Versuch, jeden Raum für neue Proteste zu schließen, in einem Iran, der unter großem inneren und äußeren Druck steht, während seine eigene Führung weiterhin gespalten ist.

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