Das US-Militär plant, in den kommenden Tagen eine Reihe von Razzien und Beschlagnahmungen von mit dem Iran verbundenen Schiffen in internationalen Gewässern durchzuführen. Dies soll den wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Teheran erhöhen, da die Spannungen in der Straße von Hormus weiterhin hoch sind.
Berichten des Wall Street Journal zufolge bereiten sich die USA darauf vor, auch außerhalb des Nahen Ostens Tanker und Handelsschiffe zu stoppen, die im Verdacht stehen, mit dem Iran in Verbindung zu stehen, und weiten ihre maritimen Überwachungsoperationen weltweit deutlich aus.
Diese Entwicklung erfolgt zu einer Zeit, in der die iranischen Streitkräfte ihre Präsenz in der Straße von Hormus verstärkt und mindestens zwei Handelsschiffe angegriffen haben, während Teheran erklärt hat, dass es diese strategische Wasserstraße „fest kontrolliert“.
Laut US-Quellen beabsichtigt die Washingtoner Regierung, den Druck zu erhöhen, um den Iran zu zwingen, die freie Durchfahrt durch die Meerenge zu garantieren und Zugeständnisse bei seinem Atomprogramm zu machen, das nach wie vor einer der Hauptpunkte der Verhandlungen zwischen den beiden Ländern ist.
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass Iran die Lieferung angereicherter Uranreserven akzeptiert habe, eine Behauptung, die von iranischer Seite jedoch zurückgewiesen wurde. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen weiterhin die Grenzen der Urananreicherung und die Möglichkeit, im Rahmen eines Abkommens eingefrorene Gelder im Ausland freizugeben.
Das US-Zentralkommando hat bekannt gegeben, dass im Rahmen einer zunehmenden Seeblockade bereits 23 Schiffe festgehalten wurden, die versuchten, aus iranischen Häfen auszulaufen.
US-Militärbeamte betonen, dass die Operation auf alle Schiffe abzielen wird, die unter iranischer Flagge fahren oder Teheran unterstützen, einschließlich der sogenannten „Schattenflotte“, die im Verdacht steht, internationale Sanktionen und Vorschriften zu umgehen.
US-General Dan Caine erklärte, dass die USA gegen alle Schiffe vorgehen werden, die mit dem Iran in Verbindung stehen, einschließlich solcher, die Öl oder Waffen transportieren, die das iranische Regime stärken könnten.
Die neue Phase der US-Strategie, zu der auch das Indopazifik-Kommando gehört, ist Teil einer umfassenderen Druckkampagne namens „Economic Rage“. Nach Angaben des Weißen Hauses soll die Kombination aus wirtschaftlichen Maßnahmen und der Seeblockade den Iran zu einem Deal zwingen.
Der Anstieg der Spannungen ist darauf zurückzuführen, dass ein vorübergehender Waffenstillstand zwischen den Parteien voraussichtlich nächste Woche endet, während die jüngste Verhandlungsrunde keine sichtbaren Fortschritte gebracht hat.
Gleichzeitig bereiten sich beide Seiten auf mögliche Eskalationsszenarien vor. Iran verfügt über Tausende Kurz- und Mittelstreckenraketen, während die USA gewarnt haben, dass ihre Streitkräfte bereit seien, die Militäreinsätze wieder aufzunehmen, falls die Gespräche scheitern.
Das US-Finanzministerium hat außerdem seine Liste der Sanktionen gegen Schiffe, Unternehmen und Einzelpersonen, die am iranischen Ölhandel beteiligt sind, erweitert, darunter auch Unternehmensnetzwerke, die mit hochrangigen iranischen Persönlichkeiten in Verbindung stehen.
Washington hat gewarnt, dass es jedes Unternehmen, das am Kauf oder Verkauf von sanktioniertem Öl beteiligt ist, strafrechtlich verfolgen wird, was den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter erhöht.
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