Die internationale Kreditbewertungsagentur Moody’s Ratings hat in ihrem am 7. Oktober 2025 veröffentlichten periodischen Bericht die langfristige Bewertung der Staatskredite Albaniens in „BA3“ mit „nachhaltigen“ Aussichten erneut bestätigt.
Moody’s betont, dass die makroökonomische Stabilität während der drei großen Schocks, die die albanische Wirtschaft beeinträchtigten, wie dem Erdbeben, der Pandemie und der europäischen Energiekrise, gewahrt blieb, und schätzt die Nachhaltigkeit, aber auch die Fähigkeit zur Erholung.
Die Agentur weist zudem darauf hin, dass die mittelfristige Perspektive des Wirtschaftswachstums stabil bleibe.
Das reale BIP-Wachstum verlängert sich um 3,7 % für 2025 und 3,5 % für 2026, was vor allem durch einen starken Inlandsverbrauch und Investitionen in Tourismus und Energieinfrastruktur gefördert wird. Der Tourismussektor wird weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten und die Dienstleistungsexporte sowie die Bauinvestitionen steigern.
Fiskalisch begrüßt Moody’s den positiven Trend der Staatsverschuldung, der nach drei schweren Rückschlägen seit 2022 wieder rückläufig ist. Dem Bericht zufolge sank die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP von ihrem Höchststand von 74,1 % im Jahr 2021 auf 54,2 % im Jahr 2024. Die Agentur prognostiziert, dass die Staatsverschuldung im Jahr 2026 53,5 % des BIP erreichen wird, gestützt durch ein starkes Wirtschaftswachstum und einen Haushaltsüberschuss.
Die Agentur schätzt, dass von den Behörden erwartet wird, dass sie die im Gesetz über den organischen Haushalt festgelegten Haushaltsregeln einhalten, um sicherzustellen, dass ein mindestens ausgeglichener Primärsaldo aufrechterhalten und die Gesamtschuldenquote der Regierung im Verhältnis zum BIP jedes Jahr reduziert wird, bis sie 45 % erreicht.
Ausländische Direktinvestitionen tragen dazu bei, die Risiken des Leistungsbilanzdefizits zu mindern, das im Jahr 2024 bei 2,4 % des BIP lag und im Zeitraum 2025–2026 voraussichtlich stabil auf diesem Niveau bleiben wird, deutlich unter dem Durchschnitt von 7,3 % des BIP im Zeitraum 2017–2022.
Der Finanzsektor bleibt angemessen kapitalisiert und liquide, während potenzielle Risiken unter Kontrolle bleiben.
Albanien wird weiterhin von EU-Mitteln und der schrittweisen Umsetzung von Reformen im Zusammenhang mit dem Beitrittsprozess profitieren. Reformen, insbesondere in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung und Wohlergehen, werden dazu dienen, den Prozess der Beitrittsgespräche zu beschleunigen. Die wirtschaftliche Integration mit der EU als Albaniens größtem Handelspartner wird mittelfristig zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum führen und dazu beitragen, die Einkommenslücke zu den Mitgliedstaaten zu verringern.
Diese erneute Bestätigung der Moody’s-Bewertung ist ein sehr wichtiger Indikator für die makroökonomische Stabilität Albaniens und den kontinuierlichen Fortschritt der Strukturreformen, der positive Signale für internationale Investoren sendet und die strategischen Ziele der Integration des Landes in die Europäische Union unterstützt.
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