Die Steuern auf zuckerhaltige Getränke sollten erhöht und die Steuern auf gesunde Lebensmittel gesenkt werden, um die sich in der Bevölkerung rasch ausbreitende Fettleibigkeit einzudämmen, heißt es in einer Studie von Gesundheitsexperten in unserem Land „Fiskalpolitik für die Gesundheit: Die Rolle der Lebensmittelsteuern für eine gesunde Ernährung“.
Den neuesten Daten des PIH aus dem Jahr 2025 zufolge steuert unser Land auf eine Epidemie zu, bei der über 30 % der albanischen Männer und 28 % der albanischen Frauen fettleibig sind. Auch die neue Generation bleibt von dieser Situation nicht verschont, denn Zahlen zeigen, dass 14 % von ihnen von Fettleibigkeit bei Kindern betroffen sind. Diese Daten deuten auf eine schwere gesundheitliche und wirtschaftliche Belastung hin, da Unterernährung und übermäßiger Verzehr von Produkten mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt in direktem Zusammenhang mit dem Ausbruch von Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen, die nach wie vor die häufigsten Todesursachen im Land sind.
Um dieser Krise zu begegnen, schlugen Gesundheitsexperten den Einsatz gesundheitsfinanzieller Maßnahmen vor, zu denen auch Steuern auf zuckergesüßte Getränke und verarbeitete Lebensmittel gehören, die die Kosten für schädliche Produkte erhöhen und eine finanzielle Barriere schaffen, die übermäßigen Konsum verhindert.
Andererseits sieht dieses System die Subventionierung hochwertiger Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte vor, um sie für den Geldbeutel der Verbraucher erschwinglicher zu machen. Die Logik dieser Strategie beruht auf der Tatsache, dass der Preis der Hauptfaktor ist, der das Käuferverhalten bestimmt, insbesondere bei Gruppen mit niedrigem Einkommen, die noch stärker von Unterernährung bedroht sind.
Auf internationaler Ebene hat dieser Ansatz zu konkreten Ergebnissen geführt und Albanien kann aus diesen Erfahrungen viel lernen. Ein gutes Beispiel ist das Vereinigte Königreich, das 2018 die Soft Drinks Industry Tax (SDIL) einführte. Dieses Gesetz zwang die Hersteller, die Zuckermenge in ihren Rezepten zu reduzieren, um die hohe Steuer zu vermeiden, was zu einer massiven Neuformulierung der Produkte auf dem Markt führte.
Auch Frankreich hat seine Politik seit 2012 verschärft und eine progressive Steuer entsprechend der Zuckermenge eingeführt, während Slowenien im Jahr 2025 gerade einen radikalen Schritt unternommen hat und die Mehrwertsteuer auf zuckerhaltige Getränke von 9,5 % auf 22 % erhöht hat. Diese Länder betrachten diese Steuern nicht einfach als Geldeinziehung, sondern als Investition, da die erzielten Einnahmen direkt in Gesundheitserziehungsprogramme in Schulen und körperliche Aktivität für junge Menschen reinvestiert werden.
In Lateinamerika hat Kolumbien ein innovatives Modell angewendet, indem es hochverarbeitete Lebensmittel mit hohem Salz- und Fettgehalt besteuert, mit einer schrittweisen Erhöhung um bis zu 20 % bis 2025.
Ungarn hingegen hat eine lange Erfahrung mit der Verbrauchsteuer auf ungesunde Lebensmittel, die erhebliche Auswirkungen auf die Veränderung der Essgewohnheiten der Bevölkerung hatte.
Experten behaupten jedoch, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen für Albanien besondere Herausforderungen mit sich bringt, beispielsweise die Notwendigkeit, sich dem Widerstand der Lebensmittelindustrie und ihrer mächtigen Lobbys zu stellen.
Eine Kostenanalyse in Albanien zeigt, dass allein im Jahr 2016 über 111.000 Diabetesfälle auf Fettleibigkeit zurückzuführen waren, was zu wirtschaftlichen Kosten von über 84 Millionen Dollar führte. Diese Zahl ist heute zweifellos höher, weshalb ein integrierter Ansatz dringend erforderlich ist.
Gesundheitssteuern sollten als Schutz für das Gesundheitssystem verstanden werden, das unter der Zuletzt chronischer Krankheiten leidet. Den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation folgend hat Albanien die Möglichkeit, die Finanzpolitik in einen Schutzschild für die öffentliche Gesundheit umzuwandeln und sicherzustellen, dass die Ernährungsumwelt nicht länger billige und schädliche Produkte begünstigt. (Monitor)
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