Die Leiterin der IWF-Mission in Albanien, Anke Weber, stellte heute die Analyse zum Fortschritt der albanischen Wirtschaft und Finanzen vor und enthüllte auch die Empfehlungen des Fonds für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Weber betonte, dass Albanien weiterhin eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Europas sei, mit einem prognostizierten realen BIP-Wachstum von 3 % für 2025 und 2,6 % für 2026. Dieses Tempo werde ihrer Meinung nach vor allem durch eine starke Inlandsnachfrage und einen starken Tourismussektor getragen.
Nach Angaben des IWF hat die Fiskalpolitik dazu beigetragen, die inländische Verschuldung zu reduzieren, während sich die Inflation aufgrund der Geldpolitik unter dem Zielwert stabilisiert hat. Der Bankensektor ist nach wie vor ausgewogen und äußerst liquide, während die externen Ungleichgewichte zurückgegangen sind. Die Arbeitslosenquote hat ein historisch niedriges Niveau erreicht, es bestehen jedoch weiterhin Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf den Haushaltsdruck und die Ausgaben für soziale Dienste.
Der IWF empfiehlt, die Einnahmen aus niedrigen Steuern zu steigern, die Grundsteuerreform voranzutreiben und den Einsatz von Informationstechnologie für die Datenerfassung zu verbessern. Der Finanzsektor erfordert laut Weber aufgrund der zunehmenden Kreditvergabe der Banken und eines sorgfältigen Währungsmanagements besondere Aufmerksamkeit.
Der Chef des IWF betonte die Notwendigkeit einer institutionellen Zusammenarbeit und einer starken Governance zur Überwindung struktureller Hindernisse, da die Produktivität niedrig bleibt, die Arbeitskräfte aufgrund von Jugendarbeitslosigkeit und Abwanderung schrumpfen und Governance-Mängel weiterhin Herausforderungen für Unternehmen darstellen.
Der IWF wird weiterhin mit den albanischen Behörden zusammenarbeiten, um die Stabilität zu fördern und den Lebensstandard zu verbessern, und eine Finanzstabilitätsbewertung gemäß den Verfahren des IWF und der Weltbank planen. Darüber hinaus richtet der Fonds ein regionales Zentrum für den Westbalkan ein, um die Überwachung und Zusammenarbeit in der Region zu stärken.
Join The Discussion