„Das Töten von Zivilisten stärkt nur die Hisbollah“, fordert Frankreich zu einer Sondersitzung des Sicherheitsrats zum Libanon

„Das Töten von Zivilisten stärkt nur die Hisbollah“, fordert Frankreich zu einer Sondersitzung des Sicherheitsrats zum Libanon


Frankreich hat eine dringende Sitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt, nachdem die israelische Armee die Kontrolle über die strategische Festung Beaufort im Südlibanon übernommen hatte, wo bereits die israelische Flagge gehisst wurde.

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte, dass Paris das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegen Angriffe der Hisbollah anerkenne, betonte jedoch, dass nichts die Fortsetzung der israelischen Militäreinsätze und die Ausweitung ihrer Präsenz auf libanesischem Territorium rechtfertige.

„Dörfer anzugreifen, Gebiete zu besetzen und Zivilisten zu töten, stärkt nur die Hisbollah.“ sagte Barrot in einem Interview mit französischen Medien.

Ihm zufolge verstößt die israelische Offensive nicht nur gegen den seit dem 17. April im Libanon geltenden Waffenstillstand, sondern auch gegen internationales Recht.

Die französische Diplomatie warnte außerdem davor, dass anhaltende Kämpfe die diplomatischen Bemühungen um ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran untergraben könnten, das darauf abzielt, die Spannungen in der Region zu verringern und die Feindseligkeiten an mehreren Fronten, darunter auch im Libanon, zu beenden.

Barrot blieb auch bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm stehen und betonte, dass politische Aussagen mit konkreten Garantien und Überprüfungsmechanismen einhergehen müssten.

Unterdessen gilt das historische Beaufort Fort, das ab 2024 den erhöhten Schutzstatus der UNESCO genießt, durch Militäreinsätze im Südlibanon als gefährdet.

Der libanesische Kulturminister Ghassan Salamé hat vor der Gefahr gewarnt, die dieses und andere historische Denkmäler in der Gegend bedroht.

Andererseits bezeichnete der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Einnahme von Fort Beaufort als „entscheidenden Wendepunkt“ in der israelischen Militäroperation im Südlibanon.

Er erklärte, er habe die Ausweitung der Militäroperationen angeordnet und fügte hinzu, dass israelische Truppen den Litani-Fluss überquert, strategische Höhen unter ihre Kontrolle gebracht und den Beaufort Peak besetzt hätten.

Nach Angaben israelischer Behörden kontrolliert die Armee bereits das Gebiet im Südlibanon bis zum Litani-Fluss, etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt, während die Streitkräfte weiter nördlich in Richtung des Zahrani-Flusses vorrücken.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, dass die Armee die Kontrolle über Fort Beaufort als Teil der Sicherheitszone behalten werde, die Israel im Südlibanon errichten will.

Unterdessen verurteilte der libanesische Premierminister Nawaf Salam die israelischen Operationen scharf und beschrieb sie als „Politik der verbrannten Erde und kollektive Bestrafung“, die seiner Meinung nach Israel weder Sicherheit noch Stabilität bringen werde.

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