Nach Angaben einer Gruppe von Freiwilligen und Familienmitgliedern der Vermissten ist in Mexiko-Stadt eine schockierende Entdeckung ans Licht gekommen, wo in der Nähe des Tsalko-Sees mehr als 1.000 menschliche Knochenfragmente gefunden wurden.
Familien, die nach ihren Angehörigen suchten, bezeichneten den Fund als „katastrophale Realität“ und sprachen von einer forensischen Krise unabsehbaren Ausmaßes. Sie werfen den Behörden vor, das Problem herunterzuspielen und fordern gleichzeitig internationale Aufmerksamkeit für die Situation.
Die örtlichen Behörden begannen letzte Woche mit der Exhumierung des Gebiets, wobei die Staatsanwaltschaft den Fund von etwa 300 Knochenfragmenten bestätigte. Freiwilligengruppen bestehen jedoch darauf, dass die tatsächliche Zahl der Überreste über 1.000 liegt, und weisen darauf hin, dass einige von ihnen auch in Gebieten gefunden wurden, die zuvor von staatlichen Institutionen kontrolliert wurden.
Diese Entwicklung trägt zu einer tiefen Krise bei, die Mexiko seit mehr als einem Jahrzehnt erfasst. Seit 2006, als die Regierung eine Militäroffensive gegen Drogenkartelle startete, sind mehr als 480.000 Menschen gestorben und schätzungsweise 130.000 weitere werden vermisst.
Ein Expertengremium der Vereinten Nationen hat die Krise des Verschwindenlassens als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet und den Behörden Untätigkeit und schwerwiegende Mängel bei den Ermittlungen vorgeworfen. Der Leiter des Gremiums, Juan Alban-Alencastro, betonte, dass die Hauptsorge weiterhin „das Ausmaß des Phänomens, das Muster der Angriffe und die gezielte Ausrichtung auf Zivilisten“ sei.
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