Ist Ihnen ein Kollege aufgefallen, der stundenlang in der Lücke auf den Computerbildschirm starrt? Oder ein Freund, der plötzlich die Gruppen in den sozialen Netzwerken verlassen hat? Dies sind nicht immer Anzeichen von Stress. Ärzte warnen, dass sie frühe Anzeichen einer psychischen Krise sein können.
Am Welttag der psychischen Gesundheit haben Experten auf diesem Gebiet Tipps gegeben, wie man Risikozeichen erkennt und erste psychologische Hilfe leistet – für sich selbst und andere. Das diesjährige Thema lautet „Psychische Gesundheit im Notfall“ und betont den Bedarf an Unterstützung bei Konflikten, Pandemien und Naturkatastrophen.
Ab wann wird Stress gefährlich?
Dr. Paramjeet Singh, Psychiater am PSri-Krankenhaus in Delhi, sagt, dass Stress störend wird, wenn er nicht mehr vorübergehend ist, und beginnt, das tägliche Leben erheblich zu beeinträchtigen. Zu den Warnzeichen gehören:
- Schlechte Stimmung seit mehr als zwei Wochen
- Selbst bei Lieblingsbeschäftigungen fehlt es an Freude
- Gedanken an Selbstverletzung oder starke Gefühle des Hoffnungsverlusts
- Ständige Schwierigkeiten, gewöhnliche Aufgaben zu bewältigen
- Probleme mit Schlaf, Appetit oder sexuellem Verlangen
- Übermäßige Irritation, die die Beziehungen zu anderen schädigt
Wenn diese auftreten, ist es an der Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Frühe Anzeichen einer psychischen Krise
Laut der Psychologin Dr. Malini Saba sind die ersten Signale oft sanft, aber für den aufmerksamen Beobachter deutlich zu erkennen:
- Verhalten: Isolation, Isolation, Verlust des Interesses an Aktivitäten, die zuvor Freude bereiteten
- Emotionaler Zustand: ständige Traurigkeit, Reizbarkeit, Angstgefühle
- Schlafprobleme: übermäßiger Schlaf, Schlaflosigkeit oder unruhiger Schlaf
- Gedanke: Konzentrationsschwäche, langsame oder pessimistische Gedanken
- Ärzte weisen darauf hin, dass der Körper oft vor dem Geist Signale gibt. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit oder Herzrasen ohne medizinische Ursache können Anzeichen von Angstzuständen oder Depressionen sein.
Wie verändern sich die Symptome je nach Erkrankung?
Experten erklären, dass jede psychische Störung ihre eigenen charakteristischen Anzeichen hat:
- Angst: ständige Sorge, Vermeidung, Reizbarkeit
- Depression: Anziehung, Gefühl der Leere, Mangel an Freude
- Bipolare Störung: extreme Schwankungen zwischen Begeisterung und tiefer Traurigkeit
- Psychose: Halluzinationen, Paranoia, Distanz zur Realität
- Abhängigkeit: heimliches Verhalten, Humorveränderung, Vernachlässigung von Aufgaben
- Posttraumatischer Stress (PTBS): starke Reaktionen auf traumatische Erinnerungen, hohe Sensibilität, emotionale Schließung
- Digitale Schilder als Warnung
Laut Ärzten kann im digitalen Zeitalter auch das Verhalten in sozialen Netzwerken bezeichnend sein. Plötzliches Löschen aus Gesprächen, pessimistische Beiträge oder die Suche nach Selbstverletzung sind Signale, die nicht ignoriert werden sollten, insbesondere wenn es um bedeutende Veränderungen im wirklichen Leben geht.
Was soll ich sagen – und was nicht
Wenn jemand in Ihrer Nähe einen schwierigen Moment durchmacht, macht die Art und Weise, wie Sie herangehen, den Unterschied. Experten raten:
Zu sagen:
- „Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass du anders bist, und ich möchte dir helfen.“
- „Wie fühlst du dich wirklich?“
- „Möchten Sie mit einem Fachmann sprechen? Kann ich Ihnen bei der Suche nach jemandem helfen?“
Zu vermeiden:
- “Mach dir keine Sorge.”
- „Es gibt andere, die schlimmer sind.“
- „Denke einfach positiv.“
Dabei sind emotionale Unterstützung und aktives Zuhören wertvoller als jeder schnelle Rat.
So verhalten Sie sich bei unmittelbarer Gefahr
Wenn Sie vermuten, dass jemand in Gefahr ist, stellen Sie direkte, aber mitfühlende Fragen:
- „Hast du jemals darüber nachgedacht, verletzt zu werden?“
- „Fühlst du dich mit deinen Gedanken sicher?“
- „Soll ich mir Sorgen um dich machen?“
Wenn eine Person einen klaren Plan zur Selbstverletzung nennt, handelt es sich um einen Notfall, der ein sofortiges Eingreifen von Fachleuten erfordert.
Wie man Hilfe fördert, ohne Druck auszuüben
Sanfte und unterstützende Ausdrücke sind effektiver als Befehle. Solche Beispiele sind:
- „Möchten Sie gemeinsam Möglichkeiten für professionelle Hilfe sehen?“
- „Es gibt einige Alternativen – man kann wählen, was angemessener erscheint.“
- Ziel ist es, das Gefühl der Kontrolle aufrechtzuerhalten und das Gefühl von Scham oder Druck zu vermeiden.
Besondere Situationen, die besondere Sorgfalt erfordern
Experten nennen auch einige Gruppen, die mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert sein können:
- Jugendliche: Eltern sollten zuhören, bevor sie Ratschläge geben; Lehrer greifen nur ein, wenn Gefahr droht.
- Am Arbeitsplatz: Gespräche sollten vertraulich, mit Empathie und Flexibilität geführt werden.
- Mütter nach der Geburt: Starke Gefühle der Distanz zum Baby oder Selbstmordgedanken sind Signale für dringende Hilfe.
- Ältere Menschen: Insbesondere bei Medikamenten ist es wichtig, zwischen Trauer, Depression und Demenz zu unterscheiden.
- LGBTQ+-Personen: Es sollte eine inklusive Sprache verwendet werden und sichere und positive Unterstützung bereitgestellt werden.
- Abhängigkeit und Anziehung von Substanzen: Anzeichen wie Vibration, Verwirrtheit oder Krämpfe sind medizinische Notfälle.
Hilfe beginnt mit Aufmerksamkeit
Ärzte weisen darauf hin, dass es nicht nötig sei, einen Fachmann zu helfen. Was Sie brauchen, ist zu beobachten, präsent zu sein und ein Gespräch mit Verständnis zu eröffnen. Ein Moment der Fürsorge, eine einfache Frage kann über Leben und Tod entscheiden.
Der Welttag der psychischen Gesundheit wird seit 1992 jedes Jahr am 10. Oktober auf Initiative der Weltföderation für psychische Gesundheit und mit Unterstützung der WHO begangen. Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen und die Stigmatisierung der psychischen Gesundheit zu bekämpfen. Das Thema 2025 – „Psychische Gesundheit im Notfall“ – unterstreicht die Bedeutung psychologischer Unterstützung in Krisenzeiten.
/vizionplus.tv
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