Die Europäische Kommission hat heute in Brüssel den neuen Aktionsplan gegen den Drogenhandel vorgestellt und warnt vor strengeren Maßnahmen gegen die kriminellen Netzwerke, die den Kontinent mit billigen und gefährlichen Substanzen „überschwemmen“.
Europäische Kommission
„Die EU wird es nicht dulden, dass kriminelle Netzwerke unsere Straßen mit Drogen überschwemmen, Gewaltkriminalität befeuern und die Gesundheit und Sicherheit in Europa gefährden“, sagte Magnus Brunner, Kommissar für Inneres und Migration.
Der Mitteilung der Kommission zufolge soll eine engere Zusammenarbeit zwischen Zoll und privaten Paketzustellern Priorität haben, um verdächtige Sendungen schneller zu identifizieren. Darüber hinaus verstärkt die EU die globale Zusammenarbeit, um die Sicherheit und die internationalen Standards im Kampf gegen Drogen zu stärken.
Der neue Plan stützt sich auf drei Hauptagenturen der EU:
Europol wird die operative Unterstützung der Mitgliedstaaten durch eine systematischere Überwachung digitaler Drogenmärkte und die Koordinierung grenzüberschreitender Ermittlungen verstärken.
Die Europäische Arzneimittelagentur (EUDA) wird neue psychoaktive Substanzen identifizieren, Schnellwarnungen herausgeben und die von hochwirksamen synthetischen Opioiden ausgehenden Risiken bewerten.
Frontex wird fortschrittliche hochauflösende Satelliten- und Drohnenüberwachungsinstrumente einsetzen, um die Außengrenzen zu überwachen und den grenzüberschreitenden Drogenhandel zu verhindern.
Laut EUDA-Daten ist Kokain nach wie vor die wichtigste gehandelte Droge in der EU. Im Jahr 2023 beschlagnahmten die europäischen Behörden 419 Tonnen, wobei neue Vertriebsrouten über kleinere, anfälligere Häfen führten. Der Konsum nimmt vor allem bei jungen Menschen zu, wobei im vergangenen Jahr 2,7 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren über den Konsum berichteten.
Synthetische Drogen, die zweite große Herausforderung
Ein weiteres wichtiges Anliegen sind synthetische Drogen. Jedes Jahr werden in der EU rund 500 Produktionslabore aufgelöst, während die organisierte Kriminalität speziell entwickelte Chemikalien als Drogenausgangsstoffe schmuggelt, oft ohne legitimen Verwendungszweck.
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